Faktencheck Elektromobilität: Fünf Vorurteile auf dem Prüfstand

Häufig werden in der öffentlichen Debatte diese fünf Argumente gegen die Elektromobilität angeführt - was steckt dahinter?

2. Zu teuer – Stimmt das?

Wenn man sich lediglich die Kauf- oder Leasingpreise ansieht, sind Elektroautos im Vergleich zu ähnlichen Verbrennern heute noch teurer. Allerdings sind die Betriebskosten erheblich geringer (Fahrstrom statt Benzin, deutlich weniger Verschleiß und Wartung/Reparaturen). Daneben gibt es Zuschüsse vom Bund und Ländern, um die Mehrausgaben auszugleichen.
Hier können Sie die Gesamtkosten eines E-Fahrzeugs mit einem Verbrenner vergleichen.

4. Nicht umweltfreundlicher als Verbrenner-Fahrzeuge – Stimmt das?

Es gibt immer wieder Berichte und Stimmen, welche die CO2 Bilanz von Elektrofahrzeugen kritisieren. Aber: Selbst diese Studien kommen zu dem Schluss, dass Elektroautos eine bessere Klimabilanz haben, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien geladen werden. Weiter hat eine Studie des ICCT gezeigt, dass Batterie-Elektroautos bereits heute eine bessere Bilanz bei den Treibhausgas-Emissionen als konventionell angetriebene Fahrzeuge aufweisen – und das nicht nur in Europa, sondern auch in China, Indien oder den USA. Bis 2030 werde sich der Emissionsvorteil durch den Ausbau der erneuerbaren Energien sogar noch weiter erhöhen.

6. E-Autos sind verantwortlich für Kinderarbeit - Stimmt das?

Immer wieder werden in Diskussionen nicht eingehaltene Arbeitsschutzgesetze als Kritikpunkt gegen das E-Auto angebracht. Auch wenn es Probleme in unregulierten Kobalt-Minen gibt, so findet der Großteil in anderen Produkten Verwendung. Nur knapp 8 Prozent des abgebauten Kobalts stecken in Batterien für E-Autos. Ein Großteil findet sich in jeder herkömmlichen Lithium-Ionen-Batterie wieder und auch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor enthalten mit Kobalt gehärtete Teile wie Kurbelwellen, Pleuelstangen, Nockenwellen und Ventilsitzringen. 

1. Zu geringe Reichweite – Stimmt das?

Die durchschnittliche Reichweite eines aktuellen E-Autos liegt bei rund 400 km. Im Alltag sind dagegen 90 % aller Fahrten mit dem Auto in Berlin im Durchschnitt unter 20 km. Für lange Strecken empfiehlt sich sowieso ein kurzer Zwischenstopp, der genutzt werden kann, um an einer Schnellladestation innerhalb von 10 Minuten die Reichweite um rund 100 km zu erhöhen. 
 

3. Zu wenig Lademöglichkeiten – Stimmt das?

In Berlin und Brandenburg gibt es bereits über 2.500 öffentlich zugängliche Ladepunkte und es werden ständig mehr. Rund 80 % aller Ladevorgänge finden ohnehin zu Hause oder am Arbeitsplatz statt – und oft reicht sogar schon eine Schukosteckdose zum Laden. Für das Laden unterwegs wird derzeit zudem ein bundesweites Schnellladenetz mit über 1.000 Ladeparks errichtet, welches bis Ende 2023 bereitstehen soll.
 

5. Elektroautos brennen häufiger - Stimmt das?

Nach Untersuchungen von DEKRA, ADAC und GDV (Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft) ist klar, dass das statistische Brandrisiko eines E-Autos nicht höher ist als bei einem anderen Fahrzeug. Die DEKRA stellte bei Vergleichstests fest, dass das Risiko von Unfallfolgebränden bei beiden Fahrzeugtypen rund das gleiche ist. Lediglich für das Löschen benötigt die Feuerwehr eine andere Ausrüstung, sie gestaltet sich aber nicht komplexer oder gefährlicher als das Löschen eines Gasfahrzeugs.