© BPWT

Digitale Plattformen – Gold des 21. Jahrhunderts?

06.04.2021 Die Digitalisierung ermöglicht neue Mobilitätsangebote und Geschäftsmodelle. Welche unterschiedlichen Ansätze in Städten gibt es? Wer sollte Mobilitätsplattformen betreiben und was geschieht eigentlich mit den Daten?

Die Frühstücksdebatte Intelligente Mobilität am 26. März 2021 befasste sich mit den Chancen und Herausforderungen aus Perspektive privater und öffentlicher Anbieter. Die Diskussionsgrundlage lieferte Henning Kläß, Geschäftsführer der VMZ Berlin Betreibergesellschaft mbH, mit einem Impuls zu seinen Erfahrungen mit verschiedenen Kommunen und eröffnete damit die Debatte mit den 25 Teilnehmer*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Die 1999 gegründete VMZ Berlin Betreibergesellschaft GmbH entwickelt Konzepte zum Verkehrsmanagement, realisiert und betreibt Informationsdienste und widmet sich der Forschung zur Zukunft des Verkehrs. Seit 2006 ist diese eine 100-prozentige Tochter der heutigen SIEMENS Mobility GmbH und betreibt u.a. Mobilitätsplattformen in zahlreichen Kommunen im In- und Ausland. Mit der BerlinMobil-App bietet die VMZ als einer der ersten Anbieter umfassende Informationen zu allen Mobilitätsangeboten in der Hauptstadt. Die App integriert Routenplanung für ÖV und MIV aber auch Carsharing, Bikesharing sowie Scootersharing. Buchungen können dabei nicht getätigt werden.

Mobilitätsapps sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, dies zeigte eine erste Abstimmung über sli.do, wonach die Hälfte der Teilnehmer*innen mindestens eine und bis zu fünf solcher Apps bereits auf dem Mobiltelefon installiert haben. Über 30 Prozent gaben sogar an, bei mehr als 20 Mobilitätsapps registriert zu sein.

Dabei sind die Anforderungen an digitale Mobilitätsplattformen hoch: Diese sollen Verkehrsinfos liefern, bestenfalls verkehrsträgerübergreifend und in Echtzeit. Das Reservieren und Buchen soll unkompliziert über eine App möglich sein und alle machen mit! Diese Wunschvorstellung bestätigte auch eine Umfrage unter den Debattenteilnehmer*innen, welche fast einstimmig den größten Nutzen aus Anwendersicht in verkehrsmittelübergreifenden Mobilitätsplattformen sehen.  Sogenannte Single-Sign-On-Lösungen, wie die Jelbi-App der BVG, kommen diesen Anforderungen nach. Nach nur einer Registrierung erhält man Zugriff auf alle dort integrierten Mobilitätsangebote und kann aus über 20 Mobilitätsdiensten in der Hauptstadt auswählen. Allerdings beteiligen sich nicht alle Anbieter an der App.

Die Umsetzung und Erfüllung der diversen  Anforderungen gestalten sich schwierig. Denn viele Anbieter verfolgen Partikularinteressen und die technische Implementierung und Einbindung spezieller Features ist nicht trivial. Zur Nutzung der Apps müssen außerdem Mobilitätsdaten anonymisiert und Dritten zugänglich gemacht werden. Daher haben wir zu guter Letzt noch einmal das Meinungsbild unserer Teilnehmer*innen abgefragt, um herauszufinden wo diese ihre Daten am besten aufgehoben sehen. Rund 80 Prozent bringen den öffentlichen Anbietern das größte Vertrauen entgegen. Doch auch den privaten Mobilitätsdienstleistern geht es meist mehr um die Übermittlung buchungsrelevanter Informationen, als um das Abgreifen sensibler Nutzerdaten.
 

Die Frühstücksdebatte Intelligente Mobilität ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) und der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO bei Berlin Partner.