© Conrad Schmidt. FH Wildau

Größter Elektro-LKW kommt auf Berlins Straßen

24.10.2013 Am 24. Oktober fand bei BEHALA im Westhafen Berlin ein Kick-Off Meeting zum Schaufenster-Projekt KV-E-Chain statt, in dessen Rahmen ab Sommer 2014 der bislang größte je eingesetzte Elektro-LKW mit Straßenzulassung auf Berlins Straßen unterwegs sein wird. Der LKW liefert Container mit Waren an verschiedene Ziele in der Stadt aus, die per Zug den Berliner Westhafen erreichen. Auch das bekannte Kaufhaus des Westens wird von den Lieferdienstleistungen des elektrisch betriebenen LKWs von BEHALA profitieren.

Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Herbert Sonntag, von der TH Wildau meinte hierzu: "Das Projekt KV-E-Chain ist nicht nur wegen der außergewöhnlichen Größe des eingesetzten eLKW einmalig: Zum ersten Mal wird eine vollständig elektrifizierte Lieferkette im kombinierten Verkehr mit Vor- und Nachlauf auf der Straße demonstriert. Das Projekt wird so neue Möglichkeiten zur Belieferung von Ballungsgebieten demonstrieren."

Während die Elektromobilität auf der Schiene schon seit langem etabliert ist, ist der Transport auf der Straße immer noch auf Dieselfahrzeuge angewiesen. Mit dem Projekt KV-E-Chain wird nun erstmals eine vollelektrische Lieferkette auf der Langstrecke demonstriert, indem auch die letzten Kilometer des Transports elektrifiziert werden. Um einen emissionsfreien Betrieb sicherzustellen, wird eine E-Tankstelle auf dem Gelände des Westhafens installiert, die Strom von einer vom Projektpartner Berliner Energie Agentur betriebenen Solaranlage bezieht.

Gernot Lobenberg, Leiter der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO, ergänzte: "Das Schaufenster-Projekt KV-E-Chain veranschaulicht deutlich, dass eine komplette Umstellung der Lieferkette auf Elektromobilität möglich ist. Dank der Projekte im Internationalen Schaufenster Berlin-Brandenburg setzt sich Elektromobilität im Stadtbild der Metropole immer weiter durch.  Schon jetzt können die Bewohner Elektromobilität an vielen Orten sehen und erfahren." Die Konsortialführerschaft des Projekts liegt bei der Technischen Hochschule Wildau, die auch die wissenschaftliche Begleitung verantwortet.

Das Projekt KV-E-Chain ist eines von 30 Projekten im Schaufenster Elektromobilität Berlin-Brandenburg und wird mit 870.000 Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen der Schaufenster-Initiative der Bundesregierung gefördert. Die Bundesregierung hat im April 2012 vier Regionen in Deutschland als "Schaufenster Elektromobilität" ausgewählt und fördert hier auf Beschluss des Deutschen Bundestags die Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben. Insgesamt stellt der Bund für das Schaufensterprogramm Fördermittel in Höhe von 180 Millionen Euro bereit. In den groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben wird Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt.