Ein Portraitfoto der Senatorin Cornelia Yzer.
Ein Portraitfoto der Senatorin Cornelia Yzer.

"Elektromobilität ist eine große Chance für Berlin"

14.03.2013 Die Berlin Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung, Cornelia Yzer, im Interview mit eMO.

Frau Yzer, am 11. März 2013 fand im Berliner Rathaus die Hauptstadtkonferenz Elektromobilität statt. Wie bewerten Sie diese Veranstaltung und wo sehen Sie Berlin im nationalen und internationalen Vergleich?

Mit der Konferenz haben wir die Strategie vorgegeben für Berlin als Praxislabor für Elektromobilität. Die Hauptstadt ist bereits heute bei der Anzahl der Elektrofahrzeuge wie auch der Ladeinfrastruktur national Spitze und steht auch international sehr gut da. Sowohl auf Bundes- wie auch EU-Ebene gibt es zahlreiche ehrgeizige elektromobile Ziele. Ich bin mir sicher, dass unsere Stadt einen wichtigen Beitrag zu deren Realisierung leisten wird.
 

Wo genau sehen Sie diese Chancen, die sich für Berlin durch die Elektromobilität eröffnen?

Ein zunehmender Schwerpunkt sollte die Entwicklung und Förderung Technologien hin zur Marktreife sein. Ich möchte, dass neue und moderne Technologien in die Anwendung kommen und Berlin zu einer Referenzstadt wird. Die Elektromobilität ist eine hoch innovative Technologie, die vor allem in der Hauptstadtregion als unverzichtbarer Baustein eines modernen Mobilitätskonzeptes erhebliches Entwicklungspotenzial hat. Berlin hat die Chance, Hot Spot entlang einer ganzen Wertschöpfungskette zu werden. In der Elektromobilität sind sowohl in Forschung, Entwicklung und Produktion immer mehr Unternehmen in Berlin und Umgebung aktiv. Wir beobachten auch, dass zahlreiche Unternehmen aus dem In- und Ausland elektromobile Joint Ventures in unserer Stadt gründen. Hubject und SK Continental E-Motion sind nur zwei Beispiele dafür, dass Industrieunternehmen längst erkannt haben, dass in Berlin in Sachen Elektromobilität die Musik spielt. Das schafft Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft in der Hauptstadt.


Welche Rolle spielt dabei die erfolgreiche Bundes-Bewerbung von Berlin-Brandenburg als Internationales Schaufenster für Elektromobilität?

Durch die über 70 Schaufenster-Projekte wird die Elektromobilität in Berlin lokal, national und auch international sichtbar. Bis Ende 2015 sollen im Schaufenster rund 3000 Autos und Lkw und rund 1000 Elektroräder nicht nur einfach durch unsere Stadt fahren, sondern auch dort eingesetzt werden, wo ein echter Nutzen und Mehrwert für die Menschen spürbar ist. Das reicht vom lautlosen Beliefern des Einzelhandels mit Elektro-Lkws über die Müllentsorgung mit Hybrid-Fahrzeugen, einem Pedelec-Korridor für Pendler bis hin zum Car­sharing, wo Berlin schon nationale Spitze ist. Das Schaufenster wird einen wichtigen Beitrag leisten, dass Elektrofahrzeuge alltagstauglich bzw. wettbewerbsfähiger werden.


Welche Rolle wird das Thema Elektromobilität für die Berliner Wirtschaft in Zukunft spielen?

Eine langsam, aber sicher wachsende Rolle. Am 8. März 2013 habe ich eine Presserundfahrt zu ausgewählten Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Branche durchgeführt. Diese waren Continental, Fraunhofer IPK, Ubitricity, InnoZ, Hubject und Urban-e. Von der Ausbildung und Forschung über die Entwicklung bis hin zur Produktion und Anwendung wurden damit die unterschiedlichen Elemente der Wertschöpfungskette der Elektromobilität in unserer Stadt beleuchtet. Rund um die Elektromobilität sind zudem zahlreiche Start-up-Unternehmen entstanden. Mein Ziel ist es, dass Berlin seine Rolle als Gründer- und Start-up-Hochburg weiter ausbaut, die Elektromobilität bietet dafür beste Voraussetzungen. Darüber hinaus wird Berlin auch seine Spitzenposition bei Bildungs- und Forschungseinrichtungen weiter ausbauen können. Allein an der TU gibt es heute bereits 21 Lehrstühle im Forschungsnetzwerk Elektromobilität. Für den Wirtschafts- und Technologiestandort Berlin sind das beste Voraussetzungen.
 

Und welche Rolle spielen hier der Berliner Senat und Ihre Senatsverwaltung?

In der Koalitionsvereinbarung vom November 2011 hat sich der Berliner Senat eindeutig zum Ausbau der Elektromobilität bekannt.
Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung hat die Federführung für das Thema, weil Elektromobilität im Senat speziell unter dem Gesichtspunkt der anwendungs­orientierten Forschung und der industriepolitischen Umsetzung gesehen wird. Wir werden hierbei Wirtschaftsförderung und Technologietransfer noch besser miteinander verzahnen. In unserer vielfältigen Stadt hat das Thema Vernetzung oberste Priorität. Das gilt für das Thema Elektromobilität ebenso wie für alle anderen Bereiche. Die Berliner Agentur für Elektromobilität eMO wird als Agentur des Landes und Projektkoordinator im Schaufenster diesen Prozess gemeinsam mit ihren Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung aktiv begleiten.