23.04.2015 |

e-Roaming Guide vorgestellt

"Good E-Roaming Practice". So heißt der Leitfaden zur Ladeinfrastruktur-Vernetzung, der nun von den vier Schaufenstern Elektromobilität veröffentlicht wurde. Präsentiert wurde das Papier anlässlich des "Innovations(t)raums Elektromobilität 2015" in Stuttgart.

Ladesäulen sind häufig mit proprietären, d.h. auf einen begrenzten Nutzerkreis reduzierten Abrechnungssystemen ausgestattet, die nur einem abgegrenzten Kundenkreis das Laden ermöglichen. Im Gegensatz dazu wird mit dem E-Roaming die Möglichkeit geschaffen, an Ladesäulen beliebiger Anbieter Strom für sein Fahrzeug zu beziehen, der dann jeweils über den eigenen Vertragspartner abgerechnet wird.
Eine Initiative innerhalb des Förderprogramms "Schaufenster Elektromobilität" hat in einem Vernetzungsprojekt erprobt, wie schon heute mit einer einzigen Ladekarte oder -app über die Regionsgrenzen öffentlich zugängliche Ladepunkte, verschiedener Dienstleister gefunden und genutzt werden können. Die Lösungen dieser Initiative wurden auf der Messe eCarTec im Herbst 2014 erstmals vorgeführt.

Der vorliegende Leitfaden beschreibt zunächst kurz Ausgangssituation, Durchführung und Ergebnisse dieses Showcase-Projektes, an dem Elektromobilitätsanbieter, Ladepunktbetreiber, E-Roaming-Dienstleister und Endnutzer aus allen vier Schaufensterregionen beteiligt waren.

Experten der beteiligten Unternehmen Bosch Software Innovations GmbH, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Hubject GmbH, T-Systems und Volkswagen haben den Leitfaden verfasst, der ab Anfang Mai auf der Webseite der Schaufenster Elektromobilität (http://schaufenster-elektromobilitaet.org) zum Download verfügbar sein wird.

Der Leitfaden empfiehlt die weitere Zusammenarbeit aller Marktakteure. Dabei beweisen die Arbeiten für den e-Roaming Guide, dass e-Roaming auch über viele e-Roaming-Plattformen hinweg möglich ist. Für die Fahrer von Elektrofahrzeugen sollen Ladepunkte schnell und effizient auffindbar und spontan nutzbar sein. Dafür ist es wichtig, dass die Nutzer aktuelle Informationen darüber bekommen können, ob ein Ladepunkt gerade belegt oder frei ist. Als technische Voraussetzungen empfehlen die Experten, künftig auf fernwartbare Ladestationen zu fokussieren. Auf europäischer Ebene muss die Klärung der technisch eindeutigen Identifizierung von Ladeinfrastruktur vorangetrieben werden.

Hintergrund

Die Bundesregierung hat im April 2012 vier Regionen in Deutschland als "Schaufenster Elektromobilität" ausgewählt und fördert hier auf Beschluss des Deutschen Bundestags die Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben. Insgesamt stellt der Bund für das Schaufensterprogramm Fördermittel in Höhe von 180 Mio. € bereit. In den groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben wird Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt. Weitere Informationen unter www.schaufenster-elektromobilitaet.org.