"Berlin lädt auf" – 3. Hauptstadtkonferenz der eMO

24.03.2015 Rund 500 Teilnehmer diskutieren, wie noch mehr Elektromobilität auf die Straße kommt

Berlin 25.3.2015: Autos aus dem 3D-Drucker werden von der world-wide Crowd gemeinsam entworfen und in Berlin gebaut. Die Formel E wirft ihre Schatten voraus. Ein Unternehmen macht vor, wie der eigene Fuhrpark elektrifiziert werden kann. Und das Internationale Schaufenster Elektromobilität Berlin-Brandenburg zieht Bilanz.

Bei der mittlerweile zur Tradition gewordenen Hauptstadtkonferenz Elektromobilität der eMO diskutierten auch in diesem Jahr rund 500 Teilnehmer im Berliner Rathaus, wie es um die Elektromobilität in der Hauptstadtregion bestellt ist und vor allem, wie sie sich in Zukunft weiterentwickeln wird. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller betonte die positive Rolle, die Elektromobilität in Berlin für die Verbesserung der Lebensqualität spielen kann: Müller: "Berlin ist zu einem Labor für all die Themen geworden, die neue Lösungen für die Mobilitätsbedürfnissen der Menschen anbieten und zugleich stadtverträglich und klimaschonend sind. Unser Ziel ist es, die führende Smart City in Europa zu werden. Elektromobilität spielt dabei eine Schlüsselrolle."

Dass sich für Berlin mit der Elektromobilität vielfältige Chancen für die Wertschöpfung eröffnen, betonte Cornelia Yzer, Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung: "Elektromobilität ist nicht nur ein wichtiger Baustein der Smart City Berlin. Elektromobilität etabliert sich in der Hauptstadt zum prosperierenden Wirtschaftszweig. Allein in 2014 haben Berliner Unternehmen mehr als 20 Millionen Euro in den Bereich investiert. 250 direkte Akteure haben eine Wertschöpfungskette aufgebaut und dabei im vergangenen Jahr mit 100 zusätzlichen Arbeitsplätzen ein Jobwachstum von zehn Prozent in der jungen Elektromobilitätsbranche geschafft. Das zeigt: Elektromobilität ist in der Wirtschaft angekommen."   

Die Frage, wie noch mehr Menschen für das Thema gewonnen werden können dieses Mitmachen aktiviert werden kann, stand im Mittelpunkt des Panels "Achtung ansteckend! Elektromobilität auf Berliner Straßen". Das Publikum konnte durch interaktives Voting direkt in die Diskussionsrunde aus Experten der Elektromobilität eingreifen und seine Meinung kundtun.  Mit dabei: Tilman Bracher (difu), Thomas Daiber (Hubject), Rico Gast (BVG), Stephan Rammler (Institut für Transportation Design), Hartmut Stiller (Vattenfall)..Auch Gernot Lobenberg, Leiter der eMO, ist überzeugt, dass weitere Schritte nötig sind, um Elektromobilität zum Alltag werden zu lassen: "Die Projekte der Schaufenster tun ihre Arbeit und beweisen, dass Elektromobilität alltagstauglich ist und der Markthochlauf beginnen kann. Jetzt muss der Funke überspringen,  die Menschen müssen Elektromobilität nicht nur vernünftig und umweltfreundlich finden, sondern davon begeistert sein." Dazu gehöre auch eine neue Mobilitätskultur und die Einbindung der Elektromobilität in die Energiewende. "Das Ganze ergibt nur Sinn, wenn als Treibstoff erneuerbar erzeugter Strom verwendet wird," so Lobenberg.

Dass und wie der Umstieg einer gesamten Fahrzeugflotte Sinn ergibt, erklärte Daniel Schmid, Chief Sustainability Officer der SAP aus Walldorf. Das Unternehmen stellt mindestens 20% seiner Dienstwagenflotte auf Elektromobilität um. Im Jahr 2020 soll jeder fünfte Firmenwagen elektrisch betrieben werden.

Welche Innovationskraft durch Elektromobilität aktiviert werden kann bewies der Start-up-Innovation-Slam am Nachmittag der Konferenz. Vier eMO Club-Mitglieder traten an, um die Gunst des Publikums für sich und damit Gold- und Silber-Eintrittskarten für die Formel E am 23. Mai auf dem Tempelhofer Feld zu gewinnen.

Wie innovativ Autobau sein kann, zeigte der Gründer und Chef von Local Motors, John B. Rogers, der eigens aus Phoenix für die Konferenz angereist war. Das amerikanische Unternehmen hat in den USA bereits drei sogenannte Mikrofabriken und gründete vor kurzem  seinen europäischen Sitz in Berlin. Auf der Hauptstadtkonferenz startete Local Motors die "Urban Mobility Solutions for Berlin – Challenge": Entwickler aus der ganzen Welt sind aufgerufen, in den nächsten Monaten ein Stadtfahrzeug der Zukunft für Berlin zu designen.