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Innovationen auf der letzten Meile

24.09.2019 Verhindert die Knappheit an Flächen in den Städten intelligente Logistikllösungen? Mit dieser Frage beschäftigte sich das 10. Smart Mobility Forum der eMO und Berlin Partner gemeinsam mit dem BIEK.

Kommunale aber auch private Flächen sind in einer wachsenden und sich verdichtenden Stadt wie Berlin begrenzt und begehrt. Der Wirtschaftsverkehr und darunter insbesondere Lieferverkehre nehmen durch enorme jährliche Zuwachsraten eine wichtige Rolle im Funktionieren einer Stadt ein. Gleichzeitig steigt der Platzbedarf zur Realisierung von effizienten Liefer- und Umschlagsketten gerade im innerstädtischen Bereich. Neue Modelle branchenübergreifender Zusammenarbeit zwischen Paketdiensten, dem Handel und der öffentlichen Hand sind zu entwickeln, um einen nachhaltigen, reibungslosen Wirtschaftsverkehr in der Stadt zu gewährleisten. Auch Konfliktpotentiale verschiedener Interessensgruppen bei der Verwendung von öffentlichen Flächen sind zu bedenken.

Nach kurzen Begrüßungen und Einführungen in die Thematik durch die Gastgeber Gernot Lobenberg von der eMO und Marten Bosselmann vom BIEK berichtete Klaus-Günter Lichtfuß von der BEHALA vom sehr erfolgreichen und viel beachteten Projekt  KoMoDo in Berlin und den Herausforderungen, geeignete Flächen für ein Anschlussprojekt zu finden. Michael Reink vom Handelsverband Deutschland stellte vor, wie der Einzelhandel Flächen für die City-Logistik effizienter und kooperativer zur Verfügung stellen kann. Gerd Seber, DPD,  zeigte den rund 30 Teilnehmern im City Hub im ehemaligen Flughafen Tempelhof wie der Paketdienst bereits mit Lastenrädern und innovativen Konzepten seine Kunden beliefert.

In der anschließenden Paneldiskussion zeigte sich, dass immer mehr unterschiedliche Lösungen, was sowohl die Konzepte als auch die Fahrzeuggrößen angeht, zusammen wirken müssen, um Logistik zukünftig in Städten zu organisieren. Dazu gehören sowohl die Elektrifizierung von Fahrzeugen als auch die Diversifizierung von Zustellprozessen. Kritisch angemerkt wurde dabei, dass nach wie vor keine geeigneten Serienfahrzeuge durch die Hersteller zur Verfügung gestellt werden.

Der zweiten Teil des Forums beleuchtete die städtische Sichtweise auf City-Logistik. Karsten Hanke von der Stadtentwicklungsgesellschaft STATTBAU berichtete von den Erfahrungen eines konkreten Projektes in der Köpenicker Dörpfeldstraße in der sich Autos, Straßenbahnen, Fahrradfahrer und die Lieferfahrzeuge für zahlreiche Einzelhändler den zu knappen Raum teilen müssen. Hier wird versucht mit intelligenten Lösungen rund um Mini-Hubs die Lage zu entspannen. Dr. Julius Menge von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erläuterte Strategie und Maßnahmen des Landes Berlins, um innovative Ideen für den Lieferverkehr umzusetzen. Im Mittelpunkt steht hier das Projekt KoMoDo in Prenzlauer Berg. Dort teilen sich fünf Lieferdienste einen von der Kommune zur Verfügung gestellten Logisitk-Hub. Dr. Felix Burgkardt, ZIRNGIBL Rechtsanwälte Partnerschaft führte anschließend aus, welche rechtlichen Grundlagen im Bauplanungsrecht für urbane Logistikimmobilien existieren und wie auf deren Grundlage überhaupt innerstädtische Flächen für Logistik-Hubs genutzt werden können.

Das Smart Mobility Forum ist eine Dialogplattform der Berliner Wirtschafts- und Technologieförderung und zentraler Innovationstreiber in der Hauptstadtregion, es zielt auf den kontinuierlichen Austausch von Industrievertretern, Vertretern der Wissenschaft und der Verwaltung sowie jungen und etablierten Unternehmen.

Im Smart Mobility Forum #10 werden aktuelle Innovationen für die KEP-Branche thematisiert. Bereits umgesetzte sowie geplante Einsatzszenarien werden vorgestellt und insbesondere die Auswirkungen von steigenden Flächenbedarfen der Logistikbranche auf die Stadtentwicklung in Berlin diskutiert. Die Veranstaltung wird von der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO mit Unterstützung des eMO-Netzwerkpartners dem Bundesverband für Paket- und Expresslogistik (BIEK) durchgeführt.