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29.11.2017 | News International

Effizient, sicher und on demand

Roboter-Taxis, Tür-zu-Tür-Dienste, autonome Kleinbusse – die neue Welt Mobilität verheißt Revolutionäres. Beim 5. Smart mobility Forum in Zusammenarbeit mit eMO-Premium-Partner BVG wurden die Chancen der "Automatisierung des Öffentlichen Personenverkehrs in Städten" diskutiert.

Roboter-Taxis, Tür-zu-Tür-Dienste, autonome Kleinbusse – die neue Welt Mobilität verheißt Revolutionäres. Viele Fragen sind gleichwohl noch offen: Sicherheit, Haftungsfragen und das Nebeneinander von autonomen und herkömmlichen Fahrzeugen müssen geklärt werden. Beim fünften Smart Mobility Forum der eMO und der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH in Zusammenarbeit mit eMO-Premiumpartner BVG wurden die Chancen der "Automatisierung des Öffentlichen Personenverkehrs in Städten" diskutiert.

Rund 50 Expertinnen und Experten trafen sich am 28. November auf dem Euref-Campus bei eMO-Partner InnoZ, um sich zu diesen Themen auszutauschen.

Die Richtung der Diskussion gab Dr. Henrik Haenecke von der BVG vor. Die intermodale Mobilitätsplattform seines Unternehmens soll Orientierung für Kunden im Wirrwarr der Fortbewegungsangebote geben. Er stellte die Strategie des Berliner Nahverkehrsunternehmen vor. Haenecke geht davon aus, dass das Ende von Linienbus und Straßenbahn längst nicht in Sicht ist, sondern vielmehr auch zukünftig das Rückgrat des Verkehrs sein wird. Nichtsdestotrotz ist die BVG für die Zukunft der Berliner Mobilität gut aufgestellt. Das kommende Update der BVG-App soll es den Kunden ermöglichen, in weniger als zehn Sekunden mit höchstens drei Klicks zum Ticket zu kommen. Auch das Sharing von Fahrzeugen und das autonome Fahren sind auf der Agenda der BVG.

Hartmut Reupke, Abteilungsleiter Verkehr bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, sieht in der Automatisierung vor allem eine verkehrspolitische Herausforderung. Die Versprechen des autonomen Fahrens wie weniger Unfälle, Autofahren für Alle, mehr Platz im öffentlichen Raum, Mobilitätszeit wird Lebenszeit, der Verkehr rollt, seien vielversprechend. Er stellte allerdings die Frage, "ob das alles so stimmt." Reupke ist davon überzeugt, dass noch viel Forschung, vor allem zur Nutzung von automatisierten Systemen nötig ist. Automatisierung brauche die Verbindung zwischen individuellem und öffentlichem Verkehr, deswegen sei eine gesellschaftliche Debatte über den Sinn und Zweck des autonomen Fahrens nötig. Das neue Berliner Mobilitätsgesetz gehe bereits in diese Richtung.

Autonome Shuttlebusse sind bereits in einigen Städten in der Erprobung und im Einsatz. Frank Hunsicker vom InnoZ stellte das autonome Shuttle von EasyMile im Rahmen des Projekts "Pool Position" auf dem Euref-Campus vor. Heinrich Coenen, Projektleiter Geschäftsentwicklung bei der BVG, präsentierte die aktuellen Vorhaben des Berliner ÖV-Unternehmens. Automatisierte Fahrzeuge sind in der Hauptstadt beispielsweise bereits im Projekt STIMULATE in der Erprobung. Holger Michelmann vom Planungsbüro Interlink beklagte, dass Entwickler und Anwender "auf zwei Planeten leben und keine Verbindung zueinander haben." Hier sei noch viel Entwicklungsarbeit zu leisten. Insgesamt sei die Technik für autonomes Fahren noch nicht so weit wie erwartet, aber die Entwicklungsgeschwindigkeit sehr hoch.

Fahrzeugtechnik auf der einen Seite braucht auf der anderen Seite die Ergänzung um Testfelder in möglichst realen Umgebungen. Denn gerade durch die Anwendung im täglichen Straßenverkehr kann die Tauglichkeit der Technik und vor allem ihre Akzeptanz in der Bevölkerung erprobt und nachgewiesen werden. Grund genug für die Organisatoren des Forums, einige bereits existierende Testfelder für automatisiertes und vernetztes Fahren in Deutschland vorstellen zu lassen.

Bei DIGINET-PS auf der Straße des 17. Juni quer durch den Berliner Tiergarten ist die eMO selbst als Projektpartnerin beteiligt. Hier geht es um die Ausstattung eines Testfeldes mit der nötigen Infrastruktur für Sensorik. Dr. Jan Keiser vom DAI-Labor der TU Berlin stellte das Projekt vor. Weitere Testfelder wurden vorgestellt: Niedersachsen (Mathias Höhne, DLR), Baden-Württemberg (Dr. Michael Frey, KIT), das Projekt "Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf" (KoMoD, Prof. Michael Ortgiese, Fachhochschule Potsdam).

Dass noch enorm viel Diskussionsbedarf besteht und weitere Veranstaltungen dringend benötigt werden, stellte zusammenfassend Thomas Meißner von der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie fest. Er war zuversichtlich, dass das nächste Smart Mobility Forum zu diesem Thema nicht lange auf sich warten lassen wird.