Elektrofahrräder vor dem Brandenburger Tor.

Köpfe der Elektromobilität

An dieser Stelle präsentiert eMO "Köpfe der Elektromobilität", die seit dem 1. März 2014 wöchentlich im Berliner Tagesspiegel vorgestellt werden

Die Serie "Köpfe der Elektromobilität" können Sie hier als Broschüre herunterladen.

Markus Wozniak-Mauersberger - Der Roller-Experte

"Wir brauchen neue, zusätzliche Fahrzeugtypen, um innovative Mobilitätskonzepte für die Zukunft entwickeln zu können." Elektromobilität sei Voraussetzung, "aber die Probleme im urbanen Verkehr werden nicht gelöst, wenn man nur den Antrieb ersetzt", meint Markus Wozniak-Mauersberger, Geschäftsführer der kickTrike GmbH aus Berlin. Mit dem dreirädrigen kickTrike, einem kleinen Personen- und Lastentransporter für die Stadt, können bis zu 170 kg Last rund 50 km weit transportiert werden. Und: Der zusammenklappbare, elektrische Roller braucht keinen Parkplatz und keine Ladesäule, denn "wenn der Akku leer ist, kann man immer noch treten und verstauen lässt er sich in der Wohnung". Für Städter sei das kickTrike deswegen eine echte Alternative zum eigenen Auto. "Wir sind überzeugt, dass damit etwa 90 Prozent der Fahrten eines kleinen Privathaushaltes erledigt werden können."

(Tagesspiegel: 12.03.2016)

Jan Kruska - Der Citylogistik-Neudenker

"Elektromobilität ermöglicht eine ganz neue Struktur der Citylogistik." Dabei geht es nicht um den Ersatz von konventionellen Diesel-Fahrzeugen, so Jan Kruska, Leiter "direct freight" beim Speditionsunternehmen Schenker DB, sondern "um ganz neue Fahrzeugkonstruktionen und Ideen, wie man Fracht ausliefern kann". Schenker DB testet derzeit die Nutzung von elektrischen Lastenrädern in der Citylogistik. Schon jetzt zeigt sich: "Mehrere Citydepots statt eines großen Speditionslagers am Stadtrand ermöglichen die schnelle Zulieferung per Lastenrad." Das könnte noch ein ganz anderes Problem der Branche lösen: "Wenn morgens nicht mehr ein Fahrer mit einem Laster zu einer Tagestour durch die Stadt startet, sondern Citydepots flexibel von mehreren Fahrern bedient werden, können wir mit attraktiven Teilzeitmodellen auch den Fahrermangel überwinden."

(Tagesspiegel: 05.03.2016)

Christian Zieme - Der System-Entwickler

"Wir sind auf dem richtigen Weg zur Vollelektrifizierung von Autos für den Massenmarkt." Christian Zieme, der mit seiner Systementwicklungsfirma embeddeers die Automobilindustrie beliefert, beobachtet eine stetige Zunahme von Elektroniksteuergeräten in Fahrzeugen. "Die Entwicklung begann vor etwa zehn Jahren mit elektrischen Fahrrädern und führt über eine zunehmende Elektrifizierung von Aggregaten und Hybridsysteme zu kompletten Fahrzeugen." In Städten, so schätzt Zieme, werden sich vollelektrifizierte Autos in den nächsten 20 Jahren durchgesetzt haben. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung sei der Trend zur Mikromobilität, also Drei- oder Vierräder "mit Gehäuse, aber mehr Fahrrad als Auto." Mit der Fachhochschule Potsdam hat embeddeers unlängst einen Prototypen für ein solches Lastendreirad entwickelt. "Das eignet sich vor allem für Liefer- und Kurierdienste in der Stadt."

(Tagesspiegel: 27.02.2016)

Marcus Groll - Der Standort-Finder

"Das ist wie ein Puzzlespiel, den geeigneten Standort für eine Ladesäule zu finden." Marcus Groll ist Vertriebsleiter bei der Allego GmbH und auf Unternehmensseite mit seinen Kollegen zuständig für die Erweiterung der Ladeinfrastruktur in Berlin im Schaufensterprojekt. Bis September dieses Jahres soll Allego in der Hauptstadt 200 Ladesäulen aufbauen und betreiben. "Voraussetzung ist immer, dass mindestens zwei Parkmöglichkeiten bei der Ladesäule zur Verfügung stehen, der Standort muss gut erreichbar, darf aber nicht verkehrsbehindernd sein und es müssen Netzanschlussmöglichkeiten gegeben sein." Privat ist Groll gleich zweifach umgestiegen: auf einen vollelektrischen Kleinwagen in der Stadt und ein halbelektrisches (Hybrid) Auto für Langstrecken, "da hapert es noch mit der Ladeinfrastruktur". Da passt es gut, dass Allego noch in diesem Jahr 220 Schnellladesäulen im deutschen Autobahnnetz errichten will.

(Tagesspiegel: 20.02.2016)

Sven Dübbers - Der Elektronik-Spezialist

"Die Elektromobilität in Deutschland steht kurz vor dem Durchbruch." Entscheidend für den Erfolg ist in den Augen von Sven Dübbers, Geschäftsführer von Schleicher Electronic, der zügige Ausbau der Ladeinfrastruktur. "Diese muss jedoch intelligenter werden und dem User mehr Nutzen und Komfort bieten." Daher war es für das Berliner Unternehmen "ein logischer Schritt, unser langjährig gewachsenes Steuerungs- und Elektronik-Know-how in diese Zukunftsbranche einzubringen". Vor kurzem hat Schleicher das Steuerungssystem "charge.art" für Elektroauto-Ladestationen übernommen. Mit charge.art können Ladeparkbetreiber Ladevorgänge steuern und abrechnen. Besonders innovativ ist das intelligente Lastmanagement. Das System "charge.art" war 2011 mit dem Innovationspreis der Initiative der Ideen ausgezeichnet worden. "Das spricht doch für sich."

(Tagesspiegel: 13.02.2016)

Bernd Mayer - Der Prämienbefürworter

"Eine Kaufprämie für Elektroautos würde den Durchbruch in der Elektromobilität bringen." Bernd Mayer, Geschäftsführer des Verbands der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) ist überzeugt: "Mit rund 50 Fahrzeugmodellen, vom Klein- bis zum Geländewagen, ist ein breites Angebot da." Zwar sei mit rund 24 000 neu zugelassenen Elektrofahrzeugen im vergangenen Jahr ein deutlicher Zuwachs von 80 Prozent gegenüber 2014 im Markt erzielt worden. "Aber vom strategischen Ziel von einer Million E-Fahrzeuge sind wir weit entfernt." Wichtig seien jetzt neben einer Prämie bessere Abschreibungsmöglichkeiten für Gewerbetreibende und "eine öffentliche Flotte, die mit gutem Beispiel voran geht". Vor allem aber müssen strategische Ziele wieder mehr in den Mittelpunkt gestellt werden: "Energiewende, Klimaziele, Feinstaubbelastung, für alle drei Punkte bietet Elektromobilität eine Lösung."

(Tagesspiegel: 30.01.2016)

Marco Hinz - Der Boxen-Chef

Fahrrad geklaut – der Jungunternehmer Marco Hinz hat es selbst oft genug erlebt. "Mittlerweile habe ich mir ein Zweitfahrrad für Fahrten in die Stadt zugelegt." Das Problem: Es mangelt an sicheren Abstellmöglichkeiten für Zweiräder. "Das ist vor allem angesichts der zunehmenden Zahl von teuren E-Bikes schwierig, das lässt man dann eben doch lieber zuhause stehen." Aus der Not entwickelte Hinz die Geschäftsidee für velo easy, der Fahrradbox zur flexiblen Miete. "Sie bietet Schutz vor Diebstahl und Beschädigung, Lademöglichkeit für E-Bikes und kann flexibel und kurzfristig gemietet werden, wenn sie gebraucht wird." Eine App informiert velo easy-Nutzer über freie Boxen, steuert den Schließmechanismus und bündelt die Abrechnung. In den nächsten Wochen sollen die ersten Boxen in Berlin aufgestellt werden: An den Bahnhöfen Lichtenberg, Karlshorst, Südkreuz und Gesundbrunnen.

(Tagesspiegel: 23.01.2016)

Felix Harteneck - Der Parkplatz-Finder

Nicht weniger als eine Parkplatz-Revolution strebt das Start-Up ParkHere an. "Immerhin sind 30 Prozent des Stadtverkehrs auf Parkplatzsuche zurückzuführen", so Felix Harteneck. "Wir haben Sensoren entwickelt, die im Boden installiert werden und freie Parkplätze an Navigationssysteme melden." Das Besondere: Im Vergleich zu batteriebetriebenen Sensoren funktioniert dieser Sensor energie-autark. "Durch Vibrationen des Verkehrs lädt sich der Sensor von selbst wieder auf." Die Idee kam den drei Jung-Unternehmern während des Studiums durch eine Studie aus San Francisco: Dort hatten ähnliche Sensoren deutliche Verbesserungen im Verkehrsfluss und bei der Parkplatzauslastung ergeben - mussten jedoch aufgrund leerer Batterien abgeschaltet werden. Das energie-autarke System von ParkHere sollen demnächst auch auf dem Berliner Euref-Campus installiert werden.

(Tagesspiegel: 16.01.2016)

Carl-Ernst Forchert - Der Innovations-Stratege

Elektroautos, die alleine dorthin fahren, wohin Carsharer sie bestellen – für Carl-Ernst Forchert vom Innovationsmanagementunternehmen i-vector ist das ein vorstellbares Zukunftsszenario. "Mit Hilfe mathematischer Algorithmen verknüpfen wir unterschiedliche technologische und gesellschaftliche Entwicklungen und leiten daraus Bilder für die Zukunft ab." In einer Studie für die Technologiestiftung beschreibt i-vector das Elektrofahrzeug als updatefähige Plattform: "Automatisiertes Fahren wird in Zukunft nicht nur über Sensoren, wie wir sie jetzt schon bei Parkassistenzsystemen kennen, ermöglicht, sondern wird erst über drahtlose Vernetzung seine Leistungsfähigkeit entfalten." Damit wären Fahrzeuge untereinander und mit Steuerzentralen verbunden. "Das Auto passt sich automatisch der jeweiligen Straßensituation an, der Verkehr läuft flüssiger und Unfälle können vermieden werden."

(Tagesspiegel: 09.01.2016)

Robert Schulze - Der Fahrzeug-Entwickler

"Menschliche Muskelkraft und Elektromotor ergeben eine perfekte Symbiose." Der Triathlet und Jungunternehmer Robert Schulze ist überzeugt von der Effizienz von E- Bikes – und sieht dennoch Grenzen im Alltagsgebrauch. "Das liegt vor allem am fehlenden Wetter- und Sicherheitsschutz." Daraus entstand die Idee, E-Bikes eine Hülle zu geben. Derzeit entwickeln Schulze und seine Kollegen mit Vilgard einen Prototyp für "das weltweit erste E-Bike mit Sicherheitszelle auf vier Rädern, das für die Stadt konzipiert ist und dort eine Geschwindigkeit wie ein Auto erreicht." Zielgruppe für Vilgard sind Berufspendler und Carsharer. "Damit können wir die effiziente Technologie der E-Bikes einem noch breiteren Nutzerkreis zugänglich machen." Nachhaltigkeit bestimmt auch die Herstellung: Durch die Einfachheit seiner Bestandteile kann Vilgard ressourcenschonend produziert werden.

(Tagesspiegel: 02.01.2016)

Andreas Kuhlmann - Der Energieagentur-Chef

"Elektromobilität kann einen wichtigen Beitrag für das Gelingen der Energiewende in Deutschland leisten." Die Deutsche Energie-Agentur (dena), deren Geschäftsführer Andreas Kuhlmann seit diesem Sommer ist, setzt sich dafür ein, dass Mobilitätsmanagement und Elektromobilität zusammengedacht werden. "Ohne eine Anpassung der Rahmenbedingungen wird es schwer, einen grundsätzlichen Wandel in der Mobilität zu bewirken." Kuhlmann hat vor allem ordnungs- und steuerpolitische Maßnahmen im Sinn, die Wettbewerbsvorteile für moderne, schadstoffarme Mobilität entstehen lassen. Mit Blick auf die Klimaschutzziele fordert die dena, Kraftstoffe wie Wasserstoff und synthetisches Methan, die aus erneuerbarem Strom gewonnen werden, als Biokraftstoffe anzuerkennen. "Die Kraftstoffe aus Power-to-Gas sind eine wichtige Ergänzung zu Kraftstoffen aus Biomasse, die den zukünftigen Bedarf allein nicht decken können."

(Tagesspiegel: 12.12.2015)

Andreas Stoye - Der Ladeinfrastruktur-Fachmann

"Wünschenswert wäre, da zu laden, wo ich ohnehin parke – und nicht da parken zu müssen, wo ich laden kann." Andreas Stoye, Inhaber von PaechElektro, kennt sich aus mit Ladeinfrastruktur: Seine Firma plant, installiert und wartet Ladesysteme für den privaten, gewerblichen und öffentlichen Gebrauch. "Die meisten e-Mobilisten laden mittlerweile im Betrieb oder zuhause." Der Leiter des Arbeitskreises Elektromobilität der Elektroinnung fährt seit zwei Jahren ausschließlich elektrisch und lädt sein E-Auto über die eigene PV-Anlage auf. Große Herausforderungen für die Ladeinfrastruktur sieht Stoye bei größeren Wohnkomplexen oder Mieteigentümergemeinschaften. "Manche brauchen einen Ladepunkt, andere nicht, oder erst später. Hier entwickeln wir Lösungskonzepte, die die Interessen aller Eigentümer berücksichtigen und eine möglichst hohe Auslastung bieten."

(Tagesspiegel: 05.12.2015)

Michael Schönstedt - Der Pedelec-Spezialist

Der Trend zum E-Bike oder Pedelec hält unvermindert an. "Rund 60 Prozent unserer verkauften Modelle sind mittlerweile mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet", berichtet Michael Schönstedt, Geschäftsführer von Pedalpower. "Die Skepsis ist zurückgegangen, weil die Systeme mittlerweile gut funktionieren und das Fahren mit Antrieb einfach Spaß macht". Der Spezialist für Tandems, Kindertransport- und Lastenräder in Berlin entwickelt und produziert selbst Zwei- und Dreiräder. "Fast alle Modelle können mit einem Elektromotor ausgestattet werden." Lohnenswert ist das vor allem für Kurierdienste und Betriebe mit Lieferservice. "Aber auch Familien und Privatpersonen, die nicht nur schnell zur S-Bahn wollen, sondern auch längere Strecken unterwegs sind, profitieren vom E-Motor an ihrem Fahrrad." Auch klassische Zweiräder könnten oftmals elektrisch nachgerüstet werde. "Aber bitte vom Fachmann."

(Tagesspiegel: 28.11.2015)

Michael Wittig - Der Mobilitäts-Dienstleister

Alle Arten von Mobilität zusammenzuführen und dem Nutzer je nach Bedarf zugänglich zu machen - diese Idee steckt hinter dem Unternehmen FM Future mobility. "Vor allem Gewerbetreibende und kommunale Betriebe nutzen unser Angebot an Kurz- und Langzeitvermietungen, aber auch Flottenmanagement", so Geschäftsführer Michael Wittig. Dabei agiert FM nicht als Flottenbetreiber, sondern als Servicedienstleister. "Wir kooperieren mit dem regionalen Autohandel und nutzen so Ressourcen – also Fahrzeuge – die bereits vorhanden sind, z. B. Vorführwagen." Derzeit entwickelt das Zwickauer Unternehmen ein Carsharing-Konzept für den Bezirk Charlottenburg, um das Parkplatzproblem am Klausenerplatz zu lösen: "Die Idee ist, etwa 3 bis 5 Elektrofahrzeuge zur allgemeinen Nutzung im Kiez zur Verfügung zu stellen – zunächst Gewerbetreibenden und nach Geschäftsschluss auch den Bewohnern."

(Tagesspiegel: 21.11.2015)

Till Wyszynski - Der e-Mobility-Berater

Ein flexibles Rundum-Sorglos-Paket für Menschen, die sich für Elektromobilität interessieren, aber wenig Vorkenntnisse haben – diese Idee steckt hinter dem Startup Unternehmen Muvon. "Als ich 2010 zum ersten Mal einen E-Mini gefahren bin, war ich begeistert vom Fahrgefühl. Aber immer noch sind Elektrofahrzeuge nicht großflächig im Einsatz.", so Firmengründer Till Wyszynski. Knackpunkte seien Reichweite, Kosten, fehlende Standards und wenig Information. "Bei uns bekommt der Kunde genau das, was er braucht." Konkret heißt das: Beratung und Lösungen zu Fahrzeugwahl, Lademöglichkeiten, Photovoltaik-Systemen und Finanzierung. Im Sommer hat sich das Düsseldorfer Unternehmen, das erst im Mai innerhalb E.ON's Accelerator Programm :agile gestartet ist, auf dem Berliner Euref-Campus angesiedelt. "Berlin ist mit seinen Mobilitätskonzepten, Startup-Szene und Innovationskraft einfach interessant."

(Tagesspiegel: 14.11.2015)

Dr. Gotthard Schulte-Tigges - Der E-Kennzeichen-Aktivist

Das Elektromobilitätsgesetz ermöglicht seit September, auf den Nummernschildern von Elektroautos den Zusatz "E" zu führen. "Damit haben E-Fahrzeuge einen neuen Stellenwert und können leicht erkannt werden", sagt der Solarmobil-Aktivist Gotthard Schulte-Tigges. "Nun können die Kommunen den E-Fahrzeugen Sonderrechte durch neue Verkehrs-Zusatzzeichen einräumen, zum Beispiel kostenfreies bzw. -reduziertes Parken, oder dass einige Verbote für E-Fahrzeuge nicht gelten." Diese Vorteile könnten das Image von Elektrofahrzeugen aufwerten und den Umstieg im Wirtschafts- und Privatverkehr beschleunigen. Solarzellen auf Elektroautos bringen nach Ansicht des Aktivisten im urbanen Alltag aufgrund der Schattenverhältnisse derzeit noch zu wenig Reichweite. "Deshalb ist es wichtig, dass verantwortungsbewusste Nutzer Elektroautos nur mit Strom aus erneuerbaren Energien aufladen und nicht mit fossilem Strom."

(Tagesspiegel: 07.11.2015)

Matthias von Tippelskirch - Der Software-Berater

"Ohne IT-Lösungen funktioniert Elektromobilität im betrieblichen Alltag nicht." Denn anders als bei der privaten Nutzung geht es im Flottenbetrieb vor allem darum, eine möglichst hohe Auslastung zu erreichen, so Matthias von Tippelskirch, Geschäftsführer des Berliner Unternehmens Carano Software Solutions GmbH. "Dazu braucht man eine gezielte und gesteuerte Ladeinfrastruktur und eine ausgeklügelte Logistik." Derzeit entwickelt Carano gemeinsam mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) eine Software, die Elektromobilität planbar machen soll: "Wie groß muss die Flotte sein, wie muss die Ladeinfrastruktur gestaltet sein, wie hoch muss die Auslastung sein, damit sich die Elektrifizierung wirtschaftlich lohnt." Die BVG beteiligt sich an dem Projekt "eMobility Scout", das im Januar 2016 startet, mit bis zu 300 Fahrzeugen, die für interne Zwecke – z.B. Wartungsarbeiten – genutzt werden.

(Tagesspiegel: 31.10.2015)

Dr. Niklas Schirmer - Der Energiewirtschaftler

"Wir lassen Elektroautos mit dem Energiemarkt sprechen." Für Dr. Niklas Schirmer, beim Berliner Unternehmen ubitricity für Energiewirtschaft verantwortlich, sind Elektroautos "die mobile Antwort auf flexible Stromerzeugung von Solaranlagen". Perspektivisch werden Elektrofahrzeuge nicht nur Strom konsumieren, sondern als "fahrende Batterien" Energie speichern und diese auch wieder in den Energiemarkt abgeben können. Möglich wird das mit dem SmartCable von ubitricity, das als mobiler Stromzähler und Steuereinheit genau über Strombedarf und –verbrauch informiert. Das SmartCable kommuniziert künftig im "Internet der Energie-Dinge", ob das ihm zugewiesene Fahrzeug Batteriekapazität zur Speicherung frei hat oder Strom an den Energiemarkt verkaufen kann. "Das funktioniert dann ganz einfach mit dem Kabel am Ladepunkt." Schon jetzt ermöglicht das SmartCable, mobilen Ökostrom unterwegs auf Rechnung zu laden.

(Tagesspiegel: 24.10.2015)

Sebastian Niewiara - Der Ausbilder

In immer mehr Berufen ist Fachwissen über Elektrofahrzeuge wichtig. "Feuerwehrleute oder Polizisten sollten bei einer Unfallsicherung wissen, worauf sie bei einem Hochvolt-Fahrzeug achten müssen", sagt Sebastian Niewiara, technischer Ausbilder bei der KFZ-Innung Berlin. "Das macht Sinn, wenn sie spezifische Warnhinweise oder Kennzeichen kennen und mögliche Gefahren einer Batterie unter Spannung kennen." Diese Kenntnisse vermittelt die KFZ-Innung Azubis, Meisterschülern und immer mehr Interessenten aus anderen Bereichen. Aus dem Projekt "Aus- und Weiterbildung für Hochvolttechnik in Kraftfahrzeugen", welches innerhalb des Internationalen Schaufensters Elektromobilität Berlin-Brandenburg durchgeführt wird, fließen viele Erkenntnisse in die Lehrgänge. "Nach dreijähriger Projektphase wissen wir ziemlich genau, was die jeweiligen Interessenten brauchen und können uns in der Ausbildung an ihren Bedürfnissen orientieren."

(Tagesspiegel: 17.10.2015)

Dr. Martin Petschnig - Der Vernetzer

"Die direkte Bezahlmöglichkeit ist praktisch das i-Tüpfelchen im europaweiten Ladenetzwerk." Dr. Martin Petschnig, Senior Manager Market Development beim Berliner Joint Venture Hubject, sieht darin die logische Fortentwicklung der Möglichkeit, E-Autofahrern "einen kundenfreundlichen Zugang zu den Ladestationen aller Netze" bereitzustellen. Der Bezahlvorgang passiert direkt an der Ladesäule über Kreditkarte oder dem Bezahlservice PayPal. Mit intercharge direct können auch Elektroautofahrer ohne Fahrstromvertrag, App oder Anmeldung laden. "Betreibern von Ladestationen ermöglicht das wiederum, so viele Kunden wie möglich zu bedienen – neben den eigenen Vertragskunden auch Laufkundschaft." Hubject betreibt eine Business- und Datenplattform zur Vernetzung von europäischen Infrastruktur-, Service- und Mobilitätsdienstleistern und ist auf dem EUREF Campus in Schöneberg ansässig.

(Tagesspiegel: 10.10.2015)

Andreas Manthey - Der Wissenschaftler

"In der Elektromobilität sind wir heute in einer ähnlichen Situation wie beim Übergang von der Kutsche zum Auto."  Zwar sei der entscheidende Schritt mit der Produktion und der wachsenden Akzeptanz von E-Fahrzeugen schon getan. "Was wir jetzt noch brauchen, sind Elektroautos, die direkt als Niedrigenergiefahrzeuge konzipiert werden", so der Berliner Wissenschaftler Andreas Manthey, der sich seit 30 Jahren mit Elektromobilität auseinandersetzt. Bislang würden Autobauer in der Regel von ihren Verbrenner-Modellen eine Elektrovariante produzieren. Fahrzeuge wie der Opel Ampera oder der BMW i3 ließen vage erkennen, dass hier langsam ein Umdenken einsetze. "Niedrigenergieautos mit einem geringen Verbrauch brauchen nur kleine Batterien, die schneller wieder aufgeladen sind und dennoch länger ausreichen", sagt Manthey, der in den 90 Jahren selbst mit seinem Bruder Elektrotrabis umrüstete. 

(Tagesspiegel: 26.09.2015)

Dr. Harald Pohlmann - Der Fahrschul-Chef

"Wir sind der festen Überzeugung, dass der elektrische Antrieb in allen Fahrzeugklassen eine zentrale Rolle spielen wird." Die zum größten deutschen Anbieter, der Zöllner-Gruppe, gehörende Exklusiv Fahrschule am Kurfürstendamm will in diesem Bereich führend sein, "aber noch können wir nicht so richtig", sagt Geschäftsführer Dr. Harald Pohlmann. Denn nach derzeitigem Recht gibt es noch den sogenannten Automatikeintrag im Führerschein, egal ob der Unterricht im Verbrenner oder E-Fahrzeug stattfand – "und das schränkt ein." Zum Jahreswechsel will sich die Fahrschule dennoch ein Elektroauto zulegen. Schon jetzt kooperiert das Unternehmen mit Sharinganbietern von elektrifizierten Rollern und Pkw und steht als Standort zur Verfügung. Nutzer von E-Fahrzeugen können dort auch eine Einweisung bekommen, denn "elektrische Fahrzeuge benötigen bezüglich der Reichweitennutzung eine andere Fahrweise als Verbrenner."

(Tagesspiegel: 19.09.2015)

Frank Rosmann - Der E-Bike-Leasingpartner

"Auf Distanzen bis 12 Kilometer ist das E-Bike in der Stadt das schnellste und effizienteste Fahrzeug, das es derzeit gibt." Frank Rosmann nutzt sein Auto nur noch für lange Fahrten oder größere Transporte. Zusammen mit Christian Schindler gründete Rosmann 2012 das Unternehmen sinCO2, das mit drei Produkten den Trend zum E-Bike vorantreiben möchte: den beiden Portalen eBikeNEWS und eBikeFINDER mit Informationen rund um Nutzung und Kauf von E-Bikes und, ganz neu, mit dem "Company eBike Leasing Angebot." Mit einer rund 40-prozentigen Ersparnis gegenüber dem Kauf ist das "die derzeit günstigste Gelegenheit, ein E-Bike zu bekommen." Die E-Bikes und auch den Service stellt sinCO2 bereit. Die ersten Unternehmen haben "den Benefit für Mitarbeiter und Umwelt" schon erkannt und Leasingverträge abgeschlossen. "Das Produkt überzeugt einfach durch sich selbst."

(Tagesspiegel: 12.09.2015)

Weitere Informationen finden Sie hier auf der Website von sinCO2.

Constantin Rehlinger - Der E-Verbandschef

"Wer elektromobil fährt, hat die Energiewende verstanden." Käufer von E-Fahrzeugen machen sich "automatisch Gedanken darüber, wo der Strom herkommt, wie überschüssige Energie weiterverwendet und Batterien zweitverwertet werden können", ist sich Constantin Rehlinger, Geschäftsführer des Verbands der E-Handwerke Berlin-Brandenburg sicher. Auf den Beruf des Elektronikers kommen zusätzliche Anforderungen zu. "Das Elektrohandwerk ist für die Installation und Wartung von Ladeinfrastruktur zuständig." Um Käufer von Elektroautos entsprechend zu beraten, arbeitet die Innung eng mit Autohäusern zusammen. "Jede Ladeinfrastruktur ist immer individuell zu betrachten", betont Rehlinger. Auch die Aus- und Weiterbildung im Elektrohandwerk berücksichtigt E-Mobility: "Wir bieten schon in der Erstausbildung Kurse an, die von den Betrieben für ihre Auszubildenden gut angenommen werden."

(Tagesspiegel: 05.09.2015)

Michel Stumpe & Fabian Kofler - Die App-Unternehmer

Keine Frage: Carsharing wird immer populärer und entsprechende Angebote immer vielfältiger. "Es fehlt aber eine Transparenz im Markt darüber, welche Carsharer E-Fahrzeuge anbieten", so Michel Stumpe. Seit Februar ist er gemeinsam mit Fabian Kofler Gesellschafter und Geschäftsführer bei dem Unternehmen CarJump, welches "mit der Idee, Carsharing anbieterübergreifend und unkompliziert zu ermöglichen" gegründet wurde. Die Carjump App bündelt alle Carsharing-Anbieter und zeigt das nächstgelegene Fahrzeug an. "Dabei können die Nutzer wählen, ob sie einen Verbrenner oder ein Elektroauto fahren möchten." Rund 30 Prozent entscheiden sich für e-Mobility, "die meisten, weil es gerade cool ist und sie es mal ausprobieren möchten." Diesen Trend wollen die jungen Unternehmer vorantreiben. Künftig soll die App den Nutzern auch aufzeigen, wo sich  - betreiberübergreifend – eine freie Ladesäule befindet.

(Tagesspiegel: 29.08.2015)

Hartmut Stiller - Der Innovationsmanager

Elektromobilität als Teil einer mobilen Revolution – für Hartmut Stiller, bei Vattenfall als Innovationsmanager für Elektromobilität unterwegs, steht das außer Frage. "In zwanzig Jahren werden die Fahrzeuge autonom und elektrisch fahren und die meisten Menschen werden sich ihre Autos untereinander teilen. Autofahren wird wie Taxifahren sein." Schon in drei bis fünf Jahren, schätzt Stiller, werden sich E-Fahrzeuge durchsetzen. "Das wird wie bei Flachbildschirmen sein: Plötzlich wollen sie alle haben." Dann werde sich auch die Ladeinfrastruktur, vor allem was Schnell-Ladesäulen angeht, schlagartig verbessern. Momentan sei deren Betrieb noch reichlich unwirtschaftlich. Vattenfall entwickelt intelligente Ladelösungen für Elektrofahrzeuge und bietet Kunden mit der Vattenfall-Ladekarte Zugang zu seiner Ladeinfrastruktur in Berlin wie auch der von Roaming-Partnern.

(Tagesspiegel: 22.08.2015)

Lothar Taubert - Der E-Fahrzeug-Lehrer

Wie funktioniert ein Elektroauto? Was muss ich beim Fahren beachten? Und brauche ich überhaupt ein Auto? All das lernen Fahrschüler bei Lothar Taubert, Geschäftsführer der Berliner Fahrschule InnoM. Besonders der letzte Punkt ist dem Partner im Schaufensterprojekt Mobilitätsschule wichtig: "Der Führerschein ist eine kulturtechnische Notwendigkeit, aber nicht jeder muss ein eigenes Auto haben." Neben solchen grundsätzlichen Fragen zu nachhaltiger Mobilität wird den Führerscheinanwärtern praktisches Wissen vermittelt, z. B., "dass beim Elektrofahrzeug mit der Rekuperation beim Bremsen elektrische Energie zurückgewonnen wird." Wichtig ist auch das Bewusstsein, dass die Geräuscharmut von E-Fahrzeugen zwar ein enormer gesundheitlicher Vorteil ist, aber auch eine besondere Aufmerksamkeit gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern erfordert, um von diesen wahrgenommen zu werden.

(Tagesspiegel: 15.08.2015)

Wasilis von Rauch - Der E-Fahrrad-Berater

Immer mehr Menschen nutzen Elektro-Räder auf dem Weg zur Arbeit oder in der Freizeit. "Das damit ersetzte Fahrzeug ist meistens das Auto", weiß Wasilis von Rauch, im Bundesvorstand des ökologischen Verkehrsclubs VCD für Fahrradthemen zuständig. Auf der Seite www.e-radkaufen.vcd.org gibt der VCD Ratschläge für den Kauf von E-Rädern. "Die User haben immer dieselben Fragen und wollen kompakte, neutrale Informationen ohne Verkaufsinteresse." Meistens geht es dabei um die ideale Ausstattung für den geplanten Einsatz, Distanzen und um Fragen der Wartung. Ein "riesiges Interesse" konstatiert von Rauch derzeit an E-Lastenfahrrädern, auch wenn das die Stückzahlen noch nicht widerspiegeln. "Viele Unternehmen wissen noch gar nicht, was ein elektrisches Lastenfahrrad alles kann." Auch hier bietet der VCD Informationen und Beratung, unter www.lastenrad.vcd.org.

(Tagesspiegel: 08.08.2015)

Bernd Stumpf - Der E-Taxifahrer

"Wenn man Elektromobilität zeigen möchte, ist das Taxi perfekt." Bernd Stumpf, stellvertr. Vorstand der Berliner Taxivereinigung, muss es wissen: Zu seinem Unternehmen gehört seit Oktober das erste rein batterieelektrisch betriebene Taxi in der Hauptstadt. Insgesamt fahren hier zurzeit bis zu zehn e-Taxen, zu denen auch mehrere Plug-In-Hybride gehören.  "Die Gäste können direkt erleben, wie es ist, in einem Elektroauto zu fahren – und sie sind sehr interessiert und positiv erstaunt." Seinen e-Golf lädt er an Schnellladesäulen mit Strom aus erneuerbaren Energien aus Brandenburg auf, "binnen 20 Minuten auf 80 Prozent" und ist froh, nicht auf herkömmliche Ladestationen angewiesen zu sein: "Die sind nämlich oft von dort geparkten Carsharing-Fahrzeugen belegt."  Mit voller Batterie schafft er im Sommer rund 150 Kilometer. Dennoch hat er immer die Reichweite im Blick, "falls ich einen Kunden nach Schönefeld fahre und von dort wieder zurück."

(Tagesspiegel: 01.08.2015)

Christian Heep - der eMobilitäts-Netzwerker

Noch wird es nach Ansicht von Christian Heep einige Jahre dauern, bis Elektromobilität für die nachfolgende Generation tatsächlich relevant ist. "Dabei ist die Technologie längst ausreichend entwickelt", so der Vize-Präsident des Bundesverbandes eMobilität e.V. (BEM). Vor allem auf politischer Ebene passiere deutlich zu wenig, dabei würde schon eine breitere Elektromobilisierung in öffentlichen Betrieben und kommunalnahen Fuhrparks deutliche Zeichen setzen. "Oder warum fährt Frau Merkel nicht mal ein Elektroauto?" Der BEM ist ein Unternehmens-Netzwerk, das sich für eine Neue Mobilität engagiert und sich für die Verbesserung infrastruktureller und gesetzlicher Rahmenbedingungen einsetzt; etwa eine Sonderabschreibungsmöglichkeit für gewerblich genutzte E-Fahrzeuge. "Das wäre ein deutlicher Anreiz, höhere Anschaffungskosten in Kauf zu nehmen."

(Tagespiegel: 25.07.2015)

Marco Klimmt - Der E-Bike-Motoren-Vertriebler

"Die gesamte Fahrradbranche sieht das E-Bike als Zukunftsmarkt." Laut Marco Klimmt, beim Fahrzeugteilehersteller Brose für den Vertrieb verantwortlich, zeichnet sich mittlerweile deutlich ab, dass durch sportliche und designorientierte Produkte dieses neue Fahrgefühl in allen Altersgruppen gefragt ist. "Man möchte sich bewegen, mobil sein und möglichst das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden." Pedelecs bedienen genau diese Aspekte und machen das Fahrradfahren bequem. Schon jetzt zeigt sich, dass Räder mit elektrischem Antrieb häufiger genutzt werden als traditionelle Fahrräder: "Der innere Schweinehund wird kleiner, denn der Spaß nimmt deutlich zu." Brose hat 2010 eine Mittelmotorlösung auf den Markt gebracht, die mit einem Gewicht von 3,4 kg bis zu 1000 Gramm leichter ist als andere Systeme. "Und das macht bei einem Fahrrad eine Menge aus.

(Tagesspiegel: 18.07.2015)

Christian Wiesenhütter - der Wirtschaftsvertreter

Geht es um die Frage, wie der Verkehr der Zukunft überwiegend elektromobil gestaltet werden kann, zieht Christian Wiesenhütter gerne China als Beispiel heran. "Dort sind in den großen Millionenstädten nur noch Elektrozweiräder erlaubt." Ganz so drastische Maßnahmen sieht der stellvertretende Geschäftsführer der IHK Berlin hier zwar noch nicht, aber "warum denkt man nicht mal darüber nach, in Wohngebieten nur noch Elektrozweiräder und keine Motorräder zu erlauben?" Letzten Endes gehe es darum, möglichst viele Menschen dazu zu bringen, auf Elektromobilität umzusteigen. Größtes Potential dafür bieten derzeit in Wiesenhütters Augen, zumindest in städtischen Gebieten,  der Nahverkehr und der Logistikbereich. "Hier vermisse ich in Deutschland noch eine Diskussion über Elektrozweiräder."

(Tagesspiegel: 11.07.2015) 

Philipp Dabelstein - Der Elektroroller-Vermieter

"Wo hat man im Straßenverkehr so viel Nutzen mit Spaß und ohne Reue?" Diese Kombination bietet im Stadtverkehr nur das Sharing-Modell mit Elektrorollern, so Philipp Dabelstein, Mitbegründer des Startups MOVOO. Ab August sollen 55 giftgrüne Roller durch die Stadt flitzen. Die E-Roller können überall abgestellt werden; für das Parken an speziellen Ladestationen gibt es Rabatt auf die gefahrenen Kilometer. Sehr bewusst hat sich das Unternehmen Hotels und Hostels für die Lade-und Abstellplätze ausgesucht, denn "vor allem für Touristen ist das Rollerfahren in der Stadt interessant." Die Logistik funktioniert für Betreiber und Kunden über eine App, die anzeigt, wo in der Stadt ein Roller zur Verfügung steht, welche Reichweite der aktuelle Batteriestatus noch vorhält und wo die nächste Ladestation ist.  Etwa 100 km schaffen die Fahrzeuge am Stück, "aber so viel fährt man selbst in Berlin nicht an einem Tag."

(Tagesspiegel: 04.07.2015)

Martin Schenck - Der App-Entwickler

Laden und zahlen mit nur einer Karte, und das bei verschiedenen Anbietern - eine App macht es möglich. "Wir ersetzen die Vielzahl von Verträgen, Apps und Karten durch eine Zugangsmöglichkeit ", so Martin Schenck, Technischer Direktor beim jungen Berliner Unternehmen Plugsurfing. Die App zeigt nicht nur die knapp 17 000 Ladestationen aller beteiligten Betreiber in ganz Europa an, sondern auch, ob sie gerade frei ist und ob dort wahlweise mit App oder RFID-Schlüssel bezahlt werden kann. "Um die Abrechnung mit dem Stromanbieter kümmern wir uns und stellen am Ende des Monats eine Gesamtrechnung." Bereits mehr als 10 000 registrierte Nutzer verzeichnet das Unternehmen, das die App vor einem Jahr auf den Markt gebracht und in der Zwischenzeit weiterentwickelt hat. "Jetzt gibt es noch mehr Flexibilität bei den Zahlungsmethoden und der Ladevorgang kann jederzeit gestoppt werden."

(Tagesspiegel: 27.6.2015)  

 

 

Damien Declercq - Der E-Auto-Drucker

"Das Fahrzeug der Zukunft ist elektrisch, fährt autonom, wird gemeinschaftlich genutzt und kommt aus dem Drucker." Laut Damien Declercq, Europachef beim Fahrzeughersteller Local Motors, könnte diese Vision schon in den nächsten Jahren Realität werden. In den USA hat das Unternehmen mit dem "Strati" bereits einen Prototypen entwickelt, das fast komplett aus dem 3D-Drucker kommt. Bei der Entwicklung setzt das Unternehmen auf "Co-Creation": Mehr als 50 000, auf der firmeneigenen Internetplattform registrierte Mitglieder, wirken an der Entwicklung neuer Fahrzeuge mit. Produziert wird in dezentralen kleinen Produktionsstätten. "So können wir Fahrzeuge fünfmal schneller und deutlich kostengünstiger als herkömmliche Autobauer produzieren." Local Motors baut derzeit in Berlin seinen Europa-Standort auf und hat bereits einen Ideenwettbewerb für Fahrzeuge ausgeschrieben. "Wir brauchen neue Wege für Mobilität, nicht mehr Autos."

(Tagesspiegel: 20.6.2015)

Stephan Schwartzkopff - Der E-Mobil-Projektmanager

"Bis 2018 ist die Frage des Langstrecken-Reisens mit Elektrofahrzeugen endgültig beantwortet." Dann werden auch deutsche Autos mit einer Reichweite von 450 km auf dem Markt und das Ladeinfrastrukturnetz ausreichend ausgebaut sein, so Stephan Schwartzkopff, Vorstand des Kompetenznetzwerk Nachhaltige Mobilität eG (KoNaMo). Dass das heute schon mit verschiedenen Fahrzeugen machbar ist, soll die WAVE Trophy 2015 zeigen, die weltgrößte E-Mobil-Rallye, von Plauen nach Südtirol (12.6.-21.6.). Höhepunkt ist die Etappe Berlin-Bern, bei der die Teilnehmer 1100 km in 30 Stunden zurücklegen wollen. "Da proben wir den Ernstfall und zwar ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien."  Der Mitorganisator der WAVE-Trophy setzt auch im Alltag auf Sonnen- und Windkraft aus der Region für ein Premium-Elektrofahrzeug "für rund 1,60 € Stromkosten auf 100 km, nachhaltiger und günstiger geht es zur Zeit nicht."

(Tagesspiegel: 13.6.2015)  

Dr. Christian Malorny - Der E-Fahrzeug-Ratgeber

"Deutschland hat sich zum weltweiten Leitanbieter für Elektrofahrzeuge entwickelt." Dass hierzulande vor allem in die Forschung von Elektromobilität investiert wird, ist für Christian Malorny, Direktor der Unternehmensberatung McKinsey in Berlin, nur sinnvoll. "Die deutsche Autoindustrie muss wettbewerbsfähig bleiben." Dagegen findet sich Deutschland, was den heimischen Absatzmarkt für E-Fahrzeuge angeht, im jüngsten Electric Vehicle Index von McKinsey nur im unteren Mittelfeld. Mit der Weiterentwicklung von E-Fahrzeugen und in Verbindung mit Technologien wie dem autonomen Fahren "wird die Revolution langfristig auch hier kommen". Bis dahin könnten günstigere Abschreibungsmöglichkeiten für Geschäftswagen sowie nicht monetäre Anreize, wie kostenloses Parken in der Innenstadt oder freie Fahrt auf Busspuren Autofahrer dazu bringen, auf Elektrofahrautos umzusteigen. "Den Menschen ist es Geld wert, am Stau vorbeizufahren."

(Tagesspiegel: 6.6.2015)  

Dr. Klaus Bonhoff - Der Brennstoffzellen-Experte

"Zu Elektromobilität gehören Batterie und Brennstoffzellen." Dr. Klaus Bonhoff, Geschäftsführer der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellenenergie (NOW), die im Auftrag des Bundes Förderprogramme in beiden Technologiebereichen betreut, betont die Bandbreite emissionsfreier Mobilität. Eine wichtige Rolle spielt Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energien gewonnen und mittels Brennstoffzellen im Fahrzeug in elektrische Energie gewandelt wird. "So kann überschüssiger Strom aus Wind- und Sonnenenergie gespeichert und als CO2-freier Kraftstoff für Mobilität genutzt werden." Mit Wasserstoff ist ein Tank in drei Minuten für mehr als 400 Kilometer Reichweite gefüllt. "Technisch gesehen bieten die Fahrzeuge das, was Nutzer von normalen Autos erwarten." Brennstoffzellen-Fahrzeuge japanischer Herkunft stehen in Deutschland vor der Markteinführung, deutsche Autobauer werden innerhalb der nächsten zwei bis fünf Jahre nachziehen.

(Tagesspiegel: 30.5.2015)  

Werner Hillebrand-Hansen - Der E-Wettfahrt-Planer

"In Deutschland ist die überregionale Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge noch ein Flickwerk." Werner Hillebrand-Hansen, Geschäftsführer von eTourEurope zieht zum Vergleich Holland, Österreich und Schweiz heran, wo es deutlich häufiger Ladestationen an Autobahnen gebe. "Hier müssen die E-Fahrzeugnutzer in die nächste Stadt fahren, das bedeutet Reichweitenverlust und mehr Verkehr." Grundsätzlich hat sich die Ladeinfrastruktur in den letzten 12 Monaten in Europe jedoch verbessert, so der Organisator der Wettfahrt eTourEurope. "Mittlerweile ist in sechs Ländern über Hubject ein einheitlicher Zugang zu verschiedenen Ladestationen mit einem Abrechnungssystem möglich." Ein Ziel der Tour ist es, Schwachstellen der Ladeinfrastruktur zu identifizieren und so zur Verbesserung beizutragen. In diesem Jahr bewältigten zwölf Teams die 4000 km lange Strecke, die in neun europäische Hauptstädte führte. "Und keines blieb liegen."

(Tagesspiegel: 23.5.2015)  

Norbert Haller - Der E-Bike-Spezialist

"Ein elektrisches Fahrrad stellt große Herausforderungen an das Design." Industriedesigner Norbert Haller ist mit seiner Firma Idberlin auf die Konzeption und Gestaltung von Elektroleichtfahrzeugen spezialisiert. Sämtliche Komponenten eines Fahrrads - Ketten, Naben, Lichter, Bremsen –  sollten für E-Bikes neu konzipiert und gestaltet werden, "sie sind nun mal nicht für die motorisierte Verwendung angelegt." Dazu kommen Zulassungsbeschränkungen, die von Land zu Land verschieden sind. Überall gilt jedoch: "Die neue Generation von elektrischen Leichtfahrzeugen kombiniert Nachhaltigkeit mit High-Tech und Lifestyle." Dazu gehört neben der zunehmenden Elektrifizierung  auch der Trend zur Digitalisierung bei Fahrrädern "Es wird der Punkt kommen, dass man nicht für jedes einzelne Zubehör eine eigene Stromquelle braucht, sondern das Fahrrad insgesamt intelligent wird und alles aus einer Quelle speist."

(Tagesspiegel: 16.5.2015)  

Thomas Ruschmeyer - Der E-Mobil-Pionier

"Entscheidend bleibt die Frage, woher der Strom für Elektrofahrzeuge kommt." Für Thomas Ruschmeyer, Vorsitzender des Bundesverbandes Solare Mobilität (BSM), sind erneuerbare Energien als Quelle die sauberste Lösung. "Sonst verschieben wir nur die Emissionen." Interessant ist die Nutzung von E-Fahrzeugen deshalb vor allem für Unternehmen, aber auch Privathaushalte mit einer Solaranlage auf dem Dach. "So kann ein elektrisches Fahrzeug direkt mit sauberem Strom geladen werden – und diesen bei Bedarf wieder zur Verfügung stellen." Eine intelligente netzfreundliche Ladetechnik erarbeitet ein Schaufensterprojekt, das der BSM ebenso maßgeblich begleitet wie die "Mobilitätsschule" in Berlin. Der BSM, der sich bereits seit 1989 für die Elektromobilität als Bestandteil nachhaltiger zukunftsfähiger Verkehrskonzepte einsetzt, engagiert sich vornehmlich auf politischer Ebene. "Oberstes Ziel ist die Reduktion umweltschädlicher Emissionen. Die Energiewende kann nur gemeinsam mit einer Verkehrswende gelingen."

(Tagesspiegel: 9.5.2015)  

Frank Straube - Der Logistik-Wissenschaftler

"Moderne Logistikkonzepte sind nachhaltig, effizient  und bieten neue Kundenservices." Prof. Frank Straube von der TU Berlin erforscht intelligent vernetzte Logistikkonzepte für Unternehmen und städtische Ballungsgebiete. "Mehr als zwei Drittel des Güterverkehrs in Berlin werden über die Straße abgewickelt." Im Projekt "Smart e-User" entwickelt die TU Berlin mit einem Praxiskonsortium wirtschaftliche Lösungen für eine elektrische Stadtlogistik. "Das Elektrofahrzeug ist dabei ein Baustein, ebenso wichtig ist ein intelligentes Logistiksteuerungssystem, welches dynamisch Verkehrs- und Wetterprognosen sowie ein vernetztes Energiemanagement integriert."  Im Wirtschaftsverkehr bieten Paketsendungen, aber auch größere Lieferungen für Industrie und Handel, sowie Fahrten für häusliche Pflegedienste Möglichkeiten für die Elektrifizierung. Das Projekt wurde im letzten Jahr mit dem German High Tech Champions Award ausgezeichnet.

(Tagesspiegel: 2.5.2015)  

Julius Menge - Der Wirtschaftsverkehr-Planer

"Gerade im innerstädtischen Wirtschaftsverkehr, einem der Hauptverursacher von Lärm- und Schadstoffemissionen, hilft Elektromobilität, Grenzwerte einzuhalten." Dr. Julius Menge, bei der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt für den Bereich Wirtschaftsverkehr zuständig, berät und unterstützt Initiativen und Unternehmen bei der Planung und Umsetzung von nachhaltigen Logistikkonzepten. "Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von elektromobilen Möglichkeiten." Sie reichen vom elektrischen Lastenfahrrad, "das besonders in dicht gewachsenen Strukturen für den Transport kleinerer Waren geeignet ist", bis hin zum Schwerlast-Güterverkehr. "Da haben wir es in Berlin geschafft, die letzte Meile vom Umschlagpunkt im Westhafen bis zum Auslieferungsort  voll elektrifiziert per LKW zu meistern." Auch Hybridfahrzeuge machen im Schwerlastverkehr Sinn, "vor allem, wenn der vollelektrische Einsatz gezielt möglich ist, beispielsweise in der Nähe von Kindertagesstätten."

(Tagesspiegel: 25.4.2015)  

Lutz Heuser - Der Wirtschaftlichkeits-Forscher

"Wir sind auf der Zielgeraden." Prof. Lutz Heuser von (ui) – the urban institute, Konsortialführer beim Projekt "eFahrung" ist überzeugt: "Das Geschäftsmodell von eFahrung ermöglicht die wirtschaftliche Integration von E-Fahrzeugen in Firmenflotten zu vergleichbaren Vollkosten wie konventionelle Fahrzeuge." Carpooling heißt die Lösung – also das Teilen von Elektrofahrzeugen einer Firmenflotte mit einem Geschäftspartner. "Durch die gemeinsame höhere Fahrleistung der E-Fahrzeuge rechnen sich die höheren Anschaffungskosten." Das Projekt mit neun verschiedenen Flotten in Berlin und Baden-Württemberg läuft so erfolgreich, dass aus dem Abschlussbericht derzeit ein Businessplan für ein Dienstleistungsunternehmen entsteht. Dieses soll Unternehmen bei der Elektrifizierung ihrer Flotte beraten und das Pooling koordinieren. "Wenn Unternehmen den wirtschaftlichen Nutzen von Elektrofahrzeugen erkennen, kann Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität werden."

(Tagesspiegel: 18.4.2015)  

Matthias Broda - Der Holz-E-Bike-Konstrukteur

"Es wäre doch sinnvoll, ein Fahrrad aus nachwachsendem Rohstoff zu bauen, das auch noch leicht zu fahren ist."  Aus der Idee des Berliner Möbelbauers Matthias Broda ist nach zweijähriger gemeinsamer Forschungsarbeit mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (HNE) das erste serienreife Elektrofahrrad aus Holz entstanden. "Bambusfahrräder gibt es schon, ich wollte aber heimisches Holz." Die Wahl fiel auf Esche, das extrem witterungsbeständig ist. Das "Wooden E-Bike" mit der eigenwilligen Form gibt es in zwei Modellen mit unterschiedlicher Reichweite (40 bis 80 Kilometer), bei beiden ist der Motor im Hohlraum des Holzrahmens versteckt. "Das kleinere muss zum Laden am Hinterreifen angeschlossen werden, für das größere Modell gibt es Wechselakkus."  Noch in diesem Jahr will Broda mit seinem Unternehmen aceteam etwa 40 bis 50 "Wooden E-Bikes" auf den Markt bringen.

(Tagesspiegel: 4.4.2015)

Martin Seißler - Der Frischluft-Transporteur

"Man braucht keine Autos, um gewisse Dienstleistungen in der Stadt zu ermöglichen." Martin Seißler, Gründer und Vorstand des Genossenschaftunternehmens Velogista bietet seit einem Jahr innerstädtische Transporte mit Elektro-Lastenfahrrädern (ELF) an. Die ELF können mit bis zu 250 kg beladen werden und fahren mit Elektromotorunterstützung ca. 25 km/h. Damit sind sie zwar langsamer als Autos, "müssen aber keinen Parkplatz suchen, da sie direkt vor der Zieladresse halten können und können Wege nutzen, die für Autos gesperrt sind." Abnehmbare Akkus können an jeder Haushaltssteckdose aufgeladen werden, so dass keine Ladestationen-Infrastruktur benötigt wird.  Transportiert werden kann alles, was den Gewichts- und Volumenvorgaben entspricht: Lebensmittel, Magazine, Zeitungen, Matratzen, Pakete, Kleinmöbel und vieles mehr. "In der Regel ist unseren Kunden wichtig, dass auch die letzte Stufe der Produktionskette, die Auslieferung, nachhaltig ist."

(Tagesspiegel: 28.3.2015)

Matthias Strehl - Der Lebensmittel-Lieferant

"Wir sind unwahrscheinlich zufrieden." Seit Herbst 2014 beliefert das Logistik-Unternehmen Ludwig Meyer zwei große Lebensmittelhändler in Berlin mit zwei vollelektrischen 18-Tonnern. "Beide schaffen mit einer Batterieladung  rund 300 Kilometer und fahren zwei Touren durch", erläutert Matthias Strehl von der Geschäftsführung.  Probleme mit der Batteriereichweite oder der Ladestruktur gibt es bislang keine. "Durch die Rekuperation, also die Energierückgewinnung beim Bremsen, wird die Batterie nie ganz runter gefahren." Deshalb nimmt auch der Ladevorgang an der Steckdose,  der parallel zum Beladen der Ware an der Rampe stattfindet, nicht so viel Zeit in Anspruch. Die beiden Elektro-LKW, "etwa zweieinhalb bis dreimal teurer als herkömmliche Laster", hat das Unternehmen übrigens ohne staatliche Finanzierungshilfen aus Überzeugung angeschafft: " Als Familienunternehmen macht man sich eben Gedanken über zukunftssichere Jobs und Nachhaltigkeit."

(Tagesspiegel: 21.3.2015)

Dr. Bodo Schwieger - Der Mobilitätsdesigner

"Wie kann urbanes Leben mit Elektromobilität funktionieren?" Dr. Bodo Schwieger von team red, einer Innovationsberatung für nachhaltige Mobilität, kennt die Antworten: "Weg vom eigenen Auto, hin zu Carsharing und Elektrofahrrädern." Unternehmen wie Citroen multicity, das in Berlin 250 Elektroautos zum Teilen anbietet, leisteten "eine wichtige Investition in die Zukunft." Dazu müsse sich aber auch die "technische Schiene" mit leistungsfähigeren Batterien und Schnellladesäulen weiterentwickeln. Elektrofahrräder dagegen bieten bereits einen "funktionierenden Markt".  Vielversprechend seien Projekte wie das "EBike-Pendeln" der Berliner Senatsverwaltung, für das team red die Umsetzung realisiert: 200 Pendler aus dem Südwesten nutzen das Angebot, auf kostenlosen EBikes zur Arbeit zu fahren. Informationen und Workshops zum Thema Elektromobilität bietet team red an der eigenen "e.cademy".

(Tagesspiegel: 14.3.2015)

Uwe Hasselberg - Der E-LKW-Nutzer

"Der Einsatz des Elektro-LKWs läuft bei uns vollkommen reibungslos." Seit 2011 ist beim Logistikunternehmen Meyer & Meyer ein vollelektronisches Auslieferfahrzeug im Einsatz, um ein großes Textilkaufhaus am Ku’damm zu beliefern. "Die Warenabnahme liegt in einer öffentlichen Tiefgarage und kann nur mit einem kleinen LKW angefahren werden", erklärt Geschäftsführer Uwe Hasselberg. Bis zu viermal täglich fährt das E-Fahrzeug die rund 28 lange Strecke zwischen Potsdam und City West, "dann wird wieder aufgeladen." Im Sommer kommt ein weiteres E-Nutzfahrzeug zum Fuhrpark dazu. Dieses soll, mit einen Wechselbatteriesystem ausgestattet, im nächtlichen Schichtdienst eingesetzt werden. "Wir wollen wissen, wie die geräusch- und emissionsarme Nachtlieferung für uns funktioniert." Entscheidend ist für Hasselberg, dass Elektro-Nutzfahrzeuge serienmäßig und kostengünstig produziert werden: "Dann wird das für uns wirklich rentabel und relevant."

(Tagesspiegel: 7.3.2015)

Stephan von Schwander - Der E-Transportsysteme-Hersteller

"Wenn man es schafft, Elektromobilität in einen Regelkreislauf einzubauen, dann macht sie wirklich Sinn." Stephan von Schwander, Geschäftsführer der Firma Hüffermann Transportsysteme (Neustadt) meint damit Unternehmen oder Dienstleister, die z.B. eine Photovoltaik-Anlage betreiben "und die so gewonnene Energie für ihre Fahrzeuge nutzen." Im Wirtschaftsverkehr sieht von Schwander derzeit die größten Chancen für Elektromobilität, "in begrenzten Bereichen, auf festgelegten Touren oder im Schichtbetrieb ist sie ideal". E-Fahrzeuge seien "um ein Vielfachens weniger anfällig als Dieselmotoren" und die Betriebskosten weitaus geringer. Schon bei LKW-Aufbauten mit eigenem Elektroantrieb, auf die sich Hüfffermann spezialisiert hat, sind die Einsparpotentiale enorm. Auch aus diesem Grund haben bereits zwei Kunden die hohen Investitionskosten für ein Elektrofahrzeug ohne Förderung in Kauf genommen.  "Wir machen die Nutzbarkeit von LKW elektrisch."

(Tagesspiegel: 28.2.2015)

Annette Fürstenberg - Die Fuhrpark-Leiterin

"Unsere Dieselersparnis liegt bei etwa 23 Prozent". Seit eineinhalb Jahren ist bei der Abfallwirtschaftsunion Oberhavel (AWU) ein Hybrid-Müllfahrzeug im Einsatz  - und Fuhrparkleiterin Annette Fürstenberg mit dem Projektverlauf absolut zufrieden. Bis zu 200 km Strecke schafft das Hybridfahrzeug am Tag  und "realisiert zusammen mit weiteren herkömmlichen Dieselfahrzeug die Papier-und Pappesammlung im gesamten Landkreis".  Der komplette Aufbau des Fahrzeuges wird elektrisch angetrieben, auch das Heben der Tonnen. "Dadurch fällt der Nebenantrieb durch Diesel für den Aufbau weg." Der AWU-Mülllaster ist das erste Seitenlader-Hybridfahrzeug in Europa. Bislang reichen die Batterien in dem Hybridfahrzeug noch nicht für eine komplette Schicht, "aber wir hoffen, dass durch die weitere Entwicklung der elektrischen Antriebstechnik  ein Einsatz im Zwei-Schicht-System in Zukunft möglich ist."

(Tagesspiegel: 21.2.2015)

Kathrin Küttner-Lipinski - Die E-Fahrzeug-Tourenplanerin

"Wir finden heraus, wie E-Fahrzeuge im Wirtschaftsverkehr am effizientesten eingesetzt werden können." Dazu entwickelt der Berliner Softwarehersteller VIOM GmbH eine Tourenplanung, die die Betriebs- und Mobilitätsdaten eines Fuhrparks erfasst "und mit dem Ladestand der Batterie abgleicht", erläutert Geschäftsführerin Kathrin Küttner-Lipinski. "So können wir errechnen, welche Aufträge auf welchen Fahrzeugtyp verteilt werden können." Besonders spannend ist bei E-Fahrzeugen die Adhoc-Planung im laufenden Einsatz, denn die Reichweite ist nicht nur von Strecke und Beladung abhängig, sondern auch davon, "ob laut Musik gehört wird oder die Scheibenwischer im Dauereinsatz sind." Mit ihrem VIOS-System ist die VIOM Partner im Schaufenster-Projekt "Smart e-user", das den Einsatz von E-Fahrzeugen u.a. bei der DHL erprobt. System-Reportings geben wichtige Aufschlüsse darüber, "welche Art von Elektromobilität für welches Unternehmen interessant sein könnte."

(Tagesspiegel: 14.2.2015)

Werner Schönewolf - Der Batterie-Entwickler

"Wir brauchen wirtschaftlichen Erfolg, nicht nur wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn." Werner Schönewolf vom Fraunhofer Institut IPK hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Elektromobilität "direkt in lokale Produktion umzusetzen". Dafür entsteht in Berlin-Moabit die erste Anlauffabrik für Elektro-Nutzfahrzeuge. "Wir entwickeln die notwendigen Komponenten, um in zwei bis drei Jahren ein Stadtbelieferungsfahrzeug für den Kurier- und Paketdienst serienmäßig herstellen zu können." Priorität  hat die Batterieproduktion. In diesem Jahr will die Initiativgruppe, der neben dem Fraunhofer-Institut die Technische Universität und die Berliner Agentur für Elektromobilität angehören, modulare Batteriesysteme und Wechselbatterien für Nutzfahrzeuge entwickeln und produzieren. "Damit können wir für jeden Dienstleister den individuellen täglichen Reichweitenbedarf bereitstellen."

(Tagesspiegel: 7.2.2015)

Herbert Sonntag - Der KV-E-Chain-Experte

Eine "geschlossene elektro-mobile Logistikkette im Güterverkehr" war vor drei Jahren die Idee von Herbert Sonntag, Professor für Verkehrslogistik an der TH Wildau. Immerhin werden mehr als die Hälfte der Container-Transporte von den großen Häfen bis nach Berlin  mit der Bahn elektrisch zurückgelegt, "nur das letzte Stück erledigt dann ein Diesel-LKW".  Sonntag initiierte die KV-E Chain (elektromobiler kombinierter Verkehr Schiene-Straße), die seit Sommer beim Berliner Logistikunternehmen Behala, in Zusammenarbeit mit der DHL und der Berliner Energieagentur, diese letzte Lücke schließt. Dort ist der weltweit größte Elektro-LKW mit Straßenzulassung im Einsatz. Sonntag organisiert mit seinem Team das Projekt und begleitet es wissenschaftlich. Die Speichersysteme sind der Schlüssel: "Sie müssen so preiswert werden, dass auch der wirtschaftliche Betrieb gelingt".  Dann könnte die KV-E Chain durchaus Zukunft haben.

(Tagesspiegel: 31.01.2015)

Renate Lemke - Die Elektro-Sauberfrau

Foto von Renate Lemke

"Das ist einfach eine schöne Technik", sagt Renate Lemke, Abteilungsleiterin im Fuhrparkmanagement der Berliner Stadtreinigung (BSR). Das Unternehmen testet derzeit zwei E-Nutzfahrzeuge: einen Sperrmüll-LKW und einen Müllwagen. Bei beiden wird der Abfallsammelaufbau nicht – wie üblich – über den Fahrzeugmotor angetrieben, sondern Laden und Pressen des Mülls erfolgen mit separatem Elektromotor. Vorteil: "Der Dieselmotor des Fahrgestells kann während des Ladevorgangs abgeschaltet werden. Das spart Kraftstoff, reduziert CO2 und ist wesentlich leiser". Der Sperrmüll-LKW ist zudem mit Hybridantrieb ausgestattet: Bei niedrigen Geschwindigkeiten treibt ein Elektromotor das Fahrzeug an, bei höherem Tempo wird der Dieselmotor zugeschaltet. Lemke: "Die BSR setzt mit diesen Projekten ein starkes Signal für Nachhaltigkeit und Innovation. Wir gestalten Elektromobilität in unserer Region aktiv mit".

(Tagesspiegel: 24.01.2015)

Thomas Wätzel - Der Ladeinfrastruktur-Lieferant

Foto von Thomas Wätzel

Wo immer eine Ladestation für Elektrofahrzeuge benötigt wird – der Berliner Elektrogroßhandel Obeta steht mit dem notwendigen Equipment bereit. "Wir leisten die technische Vorabberatung und liefern die gewünschte Ladeinfrastruktur an den zertifizierten Elektroinstallateur", erklärt Geschäftsführer Thomas Wätzel. Damit hat Obeta bereits zahlreiche gewerbliche Parkplätze, Hotels und vor allem private Anschlüsse in Berlin ausgerüstet. "Ideal sind Schnellladestationen, die mit Gleichstrom funktionieren, da verkürzt sich das Warten auf Minuten." Für das Projekt "Baden und Laden" hat Obeta im vergangenen Sommer mehrere Brandenburger Ausflugsziele technisch beraten und mit notwendigen Angeboten beliefert. Auch privat ist Wätzel überzeugter E-Autofahrer: "Die Reichweite hat sich in vier Jahren verdoppelt und platzmäßig stehen die Elektroautos den Modellen mit Verbrennermotor in nichts mehr nach."

(Tagesspiegel: 17.01.2015)

Stephan Palm - Der Nutzfahrzeug-Verkäufer

"Im Grunde bin ich missionarisch tätig." Die Hauptaufgabe von Stephan Palm, Vertriebsleiter für Elektro-Nutzfahrzeuge bei der Friedrich Rohwedder GmbH, ist derzeit vor allem Überzeugungsarbeit. "Die Kommunen haben Interesse, aber kein Geld,  bei der Industrie ist es genau anders herum." Groß ist teilweise noch die Skepsis, ob sich die Investition rentiert. Dabei haben sich die höheren Anschaffungskosten in fünf Jahren amortisiert, so Palm. "Und wenn man bedenkt, dass so ein Elektrofahrzeug etwa 8 Jahre gut läuft, macht man sogar Gewinn." Mit Kosten von ca. 3 Cent pro km haben die Fahrzeuge im Kurzstreckenbereich sowieso die Nase vorn. Lediglich der "Tankvorgang" dauert länger. Wenn aber die Zahl der Ladestationen steigt, dann werden Elektro-Nutzfahrzeuge auch in größerem Umfang eingesetzt werden, ist sich der Vertriebsexperte sicher.

(Tagesspiegel: 03.01.2015)

Peter Stäblein - Der Elektro-Logistiker

"Momentan sind wir noch die Exoten in der Branche." Peter Stäblein, Geschäftsführer beim Berliner Logistik-Unternehmen Behala sieht es als Herausforderung. Seit Juli 2014 setzt er "auf der letzten Meile zum Kunden" den größten Elektro-Lkw mit Straßenzulassung ein. In der dreijährigen Testphase will Stäblein herausfinden, ob sich die Investition, die ihm für dieses Fahrzeug im Rahmen eines Forschungsprojekts erspart blieb, lohnt. "Dann ist das wirklich nachhaltig."  Die Bilanz nach einem halben Jahr fällt gut aus: "Das Fahrzeug tut was es soll und ist täglich 5-10 Stunden im Einsatz." Bis zu 10 km einfache Strecke bewältigt der 40-Tonner problemlos und spart gegenüber einem Dieselmotor bis zu 40 Prozent an Instandhaltungskosten. Bewiesen hat sich auf dem Behala-Gelände bereits ein elektrisches Rangiergerät, das gezielt per Knopfdruck arbeitet , "und  einen Unimog ersetzt, der ganztägig läuft und dabei 12 Liter in der Stunde verbraucht."

(Tagesspiegel: 27.12.2014)

Tim-Derek Schultze - Der Solarschiff-Kapitän

Foto von Tim-Derek Schultze

"Emissionsfrei, leise, umweltfreundlich." Für Tim-Derek Schultze, Vorstandsvorsitzender der SolarWaterWorld AG, liegen die Vorteile seiner Solar-Elektroschiffe klar auf der Hand. Ein großes Solarcharterschiff und ein  Solarfahrgastschiff sowie rund 20 Privatboote sind auf den Berliner Gewässern unterwegs, mit durchschnittlich 12 km/h, aber "bis zu 20 km/h geht dank neuer Batterietechnik auch schon." Das Grundprinzip ist immer dasselbe: Die über Solarzellen gewonnene Energie lädt die Batterien, die wiederum den Elektromotor antreiben. Und dieser funktioniert zuverlässiger als ein Verbrennungsmotor: "Die Batterien laden sich von selbst wieder auf." Komplett liegen bleiben, wie ein Motorboot, dem Benzin fehlt, "ist beim Solar-Elektroboot nicht möglich". Gute Voraussetzung für den nächsten Plan: Eine "Solar-City-Circle-Line" vom Ostbahnhof über den Landwehrkanal und durch die Innenstadt zurück.

(Tagesspiegel: 20.12.2014)

Burkhard Horn - Der Verkehrsplaner

Burkhard Horn

Elektromobilität – für  Burkhard Horn ist das mehr als die "Antriebstechnik bei Fahrzeugen".  Als Verkehrsabteilungsleiter bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt betrachtet er das Thema eher "ganzheitlich und verkehrsträgerübergreifend". Rund 1400 Elektrofahrzeuge sind in Berlin angemeldet, "und das wird kontinuierlich weiter nach oben gehen." Aber auch das Fahrrad ist bei dem Thema wichtig: "Steigen zum Beispiel Pendler vermehr auf E-Bikes um?" Derzeit läuft dazu ein Modellprojekt im Südwesten der Stadt, dabei werden auch die Radwege und die Verknüpfung mit dem Öffentlichen Nahverkehr verbessert. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Ladeinfrastruktur, für die Horns Abteilung ein Standortkonzept entwickelt und ein Vergabeverfahren auf den Weg gebracht hat. Für den Verkehrsplaner ist klar: "Elektromobilität ist ein spannendes Thema für die Stadt."

(Tagesspiegel: 13.12.2014)

Valerian Seither - Der Elektroroller-Sharer

Foto von Valerian Seither

Mit dem Roller durch die Stadt flitzen, "das hätte schon was", dachten sich Valerian Seither und seine Kommilitonen Alexander Meiritz und Hauke Feldvoss. Die Investition in eine eigene Maschine scheuten die drei – und schon war die Idee geboren: Roller-Sharing.  Mit der Gründung ihrer Firma eMio-Sharing  gehen die Studenten noch einen Schritt weiter. "Gerade Roller machen elektrisch richtig Sinn". Denn mit den beiden Wechselbatterien kommen E-Roller über 120 Kilometer weit. "Wir wollten in die Technologie der Zukunft investieren", so Seither. Zwar sind die Anschaffungskosten höher, "dafür  der Motor wartungsärmer und die Stromkosten geringer." 300 eMios sollen ab Frühjahr im Stadtgebiet verfügbar sein, für 19 Cent pro Minute. Damit ist das E-Roller-Fahren günstiger als Carsharing, außerdem erspart man sich die Parkplatzsuche, so die Jungunternehmer. Und: "Man kommt immer mit einem Lächeln an."

(Tagesspiegel: 6.12.2014)

Ronald Rahmig - Der Elektro-Lehrer

"Schön ist nicht nur das, was laut ist." Ronald Rahmig, Schulleiter am Oberstufenzentrum Kraftfahrzeugtechnik in Berlin, kennt den Schlüsselmoment bei Auszubildenden, wenn sie in einem Elektroauto zum ersten Mal "in den Sitz gedrückt werden, ohne was zu hören." Am OSZ ist E-Mobilität und die damit verbundene Technik seit zwei Jahren fester Bestandteil des Lehrplans, "denn der Bedarf an entsprechend ausgebildeten Kfz-Mechatronikern steigt beständig." Vor allem theoretische Hintergründe der Elektrotechnik werden den Auszubildenden im dualen System hier vermittelt. "Das ist besonders wichtig, denn die Diagnostik wird in diesem Beruf eine immer größere Rolle spielen." Pro Jahr schließen rund 500 Kfz- und Zweiradmechatroniker am OSZ erfolgreich ihre Ausbildung ab. "Außerdem können Interessierte sich bei uns in speziellen Bildungsgängen auf eine anschließende Ausbildung vorbereiten oder fürs Studium qualifizieren."

(Tagesspiegel: 29.11.2014)

Daniel Anderssohn - Der Elektro-Vermittler

Porträt von daniel Anderssohn

BMW ist für Motorsport und schnelle Autos bekannt – aber für Elektromobilität? Definitiv: Mit dem BMW i3 und dem BMW i8 hat der Hersteller ein eigenes Elektroauto und einen Hybrid entwickelt. Daniel Anderssohn sieht seine Aufgabe darin, die Fahrer an diese neue Technik heranzuführen: "Wir versuchen, das Thema Elektromobilität in die Köpfe unserer Kunden zu bringen."
Anderssohn ist seit 13 Jahren bei Riller & Schnauck – dem größten BMW-Händler in Ostdeutschland – tätig und dort seit 2013 Koordinator für die BMW i-Serie. 43 BMW i3 und 14 BMW i8 hat der Händler bereits verkauft, immer darauf bedacht, für möglichst viel Komfort zu sorgen: "Wenn ein Kunde keine Ladestation im Haus hat, dann lassen wir über BMW dort eine installieren", sagt Anderssohn, der mittlerweile auch privat auf Elektro umgestellt hat: "Meine Ansprüche an Fahrzeuge haben sich durch Elektroautos sehr geändert."

(Tagesspiegel: 15.11.2014)

Eckart Uhlmann - Der Verkehrs-Forscher

Foto von Eckart Uhlmann

Dass Elektromobilität sich nicht nur auf Privat-PKWs beschränkt, hat man beim Fraunhofer- Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) seit langem erkannt: "Bereits vor 10 Jahren begannen wir in Pilotversuchen mit der Verlagerung des Wirtschaftsverkehrs auf elektrische Kleinfahrzeuge", sagt Eckart Uhlmann, seit 1997 Leiter des IPK.
Der gelernte Maschinenbauer und Professor an der Technischen Universität Berlin sieht die Aufgabe des IPK vor allem darin, wirtschaftliche Lösungen für die Elektrifizierung des Wirtschaftsverkehrs zu schaffen: "Wir entwickeln derzeit ein depot-basiertes Batteriewechselsystem für Elektro-Nutzfahrzeuge, wodurch der unterbrechungsfreie Betrieb bis hin zu 3-Schicht-Betrieb und Nachtbelieferung möglich wird." So werden nachts leise Warenanlieferungen möglich, und tagsüber die Straßen entlastet: "Ein Nutzen für alle Verkehrsteilnehmer", so Uhlmann.

(Tagesspiegel: 8.11.2014)

Rüdiger Marquardt - Der eMobility-Normer

Rüdiger Marquardt

Elektromobilität ist nicht als nationaler Alleingang möglich, denn natürlich soll der Stromstecker in Deutschland genauso an eine Ladestation passen, wie in Frankreich oder Amerika. "Wir müssen weltweite Normen schaffen, damit die Elektroautos in großen Stückzahlen produziert werden können und sie komfortabel, sicher und preiswert sind ", sagt Rüdiger Marquardt, Vorstandsmitglied bei DIN (dem Deutschen Institut für Normung e. V.).
Der Fahrzeugbau-Ingenieur koordiniert mit seinen Mitarbeitern zahlreiche der derzeit über 80 zentralen Normungsprojekte der DIN-Roadmap für Elektromobilität: Dazu zählen Bereiche wie barrierefreier Zugang zu Ladestationen, einheitliche und verbraucherfreundliche Abrechnungssysteme oder Fahrzeug-Sicherheit. "Die Elektromobilität ist ein neues, faszinierendes und innovatives Feld, und wir haben großes Interesse daran, dass sie zum Erfolg wird", so Marquardt.

(Tagesspiegel: 11.10.2014)

Thomas Hausch - Der Mitmacher

Foto von Thomas Hausch

"Man wird automatisch ein glühender Anhänger von Elektromobilität, wenn man längere Zeit ein Elektro-Auto fährt", sagt Thomas Hausch. Der Geschäftsführer der Nissan Center Europe GmbH weiß, wovon er spricht: Allein in den letzten zweieinhalb Jahren ist er rund 50 000 Kilometer elektrisch gefahren. 
Der Diplom-Wirtschaftsingenieur hat bereits in den 90er Jahren bei Mercedes erste emobility-Feldversuche begleitet, später schloss er sich dem kalifornischen Elektro-Auto-Startup CODA an, bevor er 2013 zu Nissan wechselte. Mit dem Nissan LEAF hat der Hersteller bereits über 135 000 Elektroautos verkauft. Dennoch: "Deutschland hinkt bei Elektromobilität noch hinterher", sagt Hausch. Daher hat Nissan vor kurzem die Aktion "Freistrom für alle" gestartet, bei der man an über 300 Nissan-Standorten in Deutschland kostenlos Strom tanken kann. "Mitmachen statt miesmachen!", so Hauschs Motto.

(Tagesspiegel: 04.10.2014)

Lutz Freise - Der Solar-Schiffer

Wenn man Autos und Fahrräder elektrisch antreiben kann, warum nicht auch Schiffe? Die Reederei Riedel macht’s möglich: Seit 2014 betreibt der Ausflugsfahrt-Anbieter Berlins erstes Solar-Fahrgastschiff "SunCat". "Wir wollen den Besuchern der Naherholungsgebiete in Berlin schließlich nicht die Luft mit Dieselwolken vernebeln", sagt Geschäftsführer Lutz Freise, der seit 1996 bei der Reederei tätig ist.

Der gelernte Speditionskaufmann, der zuvor eine Kunst-Spedition betrieb, legt großen Wert auf Umweltverträglichkeit seines Unternehmens: 2013 wurde ein Fahrgastschiff in Dienst gestellt, das dank Rußpartikelfiltern zu 97 Prozent emissionsfrei fährt. Bundesweit ist Riedel die einzige Fahrgast-Reederei mit einer ausdrücklichen Nachhaltigkeitserklärung. Das Ziel für Freise ist klar: "Wir wollen die Reederei Riedel zum nachhaltigsten Unternehmen der Branche machen – wenn wir das nicht schon sind." 

(Tagesspiegel: 27.9.2014)

Barbara Lenz - Die Mobilitäts-Forscherin

© Die Hoffotografen

Um Elektromobilität zu verbessern, muss man sie erforschen. Genau das tut Barbara Lenz: "Unser Schwerpunkt ist die Verkehrsnachfrage: Wie gehen Menschen mit Verkehrsmitteln um, welche nutzen sie und was sind ihre Bedarfe?", sagt die Direktorin des Instituts für Verkehrsforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Die Professorin für Verkehrsgeographie an der Humboldt-Universität Berlin und Sprecherin des Clusters "Mobilität, Verkehr und Logistik" Berlin-Brandenburg leitet verschiedene Forschungsprojekte rund um Elektromobilität beim DLR: Dies reicht von der Frage, ob leise Elektrofahrzeugen Nachtanlieferungen für den Handel ermöglichen könnten bis hin zur Errichtung von Schnelladesäulen rund um Berlin. "Am interessantesten finde ich, wie sich Menschen und Unternehmen auf Elektromobilität einlassen", sagt Lenz. "Diese Technologie löst neue Ideen aus und das ist sehr spannend."

(Tagesspiegel: 20.9.2014)

Philipp Bouteiller - Der Tegel-Erneuerer

"Noch ist der Flughafen Tegel in Betrieb, doch ab 2017 soll hier ein Technologie- und Forschungspark entstehen: "In 20 Jahren werden hier bis zu 25 000 Menschen arbeiten, studieren und wohnen", sagt Philipp Bouteiller, Geschäftsführer der Tegel Projekt GmbH, die dies realisieren soll. Elektromobilität spielt dabei eine wichtige Rolle: Auf dem gesamten Gelände wird man sich dank bereitgestellter Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur komplett elektrisch fortbewegen können, Unternehmen werden hier an Mobilitäts- und Energieerzeugungstechnologien forschen.
Bouteiller beschäftigt sich seit den 90er Jahren mit Elektromobilität. Der IT-Unternehmer und Strategieberater ist durch seine Familie geprägt: Er hat Land- und Forstwirte in der Verwandtschaft, Nachhaltigkeit gilt dort seit Jahrhunderten als Grundprinzip. "Ich möchte eine möglichst grüne und lebenswerte Innenstadt mit sauberer Luft", sagt Bouteiller.

(Tagesspiegel: 13.9.2014)

Adam Rice - Der e-Tuk-Tuk-Pionier

Foto von Adama Rice

"Tuk-Tuks" heißen die dreirädrigen motorisierten Rikschas, mit denen sich viele Bewohner asiatischer Großstädte durch den Verkehr schlängeln. Ein geniales Gefährt, befand Adam Rice auf einer Asien-Reise, aber: "Eine Elektro-Variante wäre toll." So tat sich der amerikanische Unternehmer mit einem niederländischen Hersteller zusammen und verkauft und vermietet seit 2010 Elektro-Rikschas unter dem Namen "e-Tuk-Tuk" in Berlin. 
Der 41-jährige Yoga-Lehrer kommt aus der Werbebranche und hat Politische Wissenschaft studiert. "Ich liebe Technologie und ich liebe die Umwelt", sagt Rice über sich selbst. Die e-Tuk-Tuks vermietet er vor allem an Touristen aber auch für den Wirtschaftsverkehr. Verkauft hat er die Gefährte schon in alle Welt von Norwegen bis nach Dubai. Der Spaß steht dabei für ihn im Vordergrund: "Ich möchte die Botschaft von einer besseren Umwelt mit einem guten Gefühl verbinden."

(Tagesspiegel: 6.9.2014)

Julian Affeldt - Der Solarstrom-Radler

Ein Jahr lang E-Bike fahren und das ausschließlich mit Sonnenenergie? Julian Affeldt wagt den Versuch, denn: "Wenn schon Elektromobilität, dann aus erneuerbaren Energien!" Der Grundschullehrer aus dem brandenburgischen Kleinmachnow will im Rahmen seines "Solarpedelec365-Projekts" bis Ende des Jahres über 2000 Kilometer zurücklegen, wöchentlich berichtet er darüber auf seinem Blog.
Affeldt fährt nicht nur seit Jahren Elektroauto und E-Bike, auch sein Wohnhaus hat der Familienvater mit einer Photovoltaikanlage sowie einer Solarthermie-Anlage ausgerüstet, die für Strom und Warmwasser sorgen, während die Energiekosten des Haushalts gegen Null gehen. Erneuerbare Energien sind eine Leidenschaft, die Affeldt seit langem pflegt: Bereits in jungen Jahren habe er sein Jugendzimmer mit Solartechnik ausgebaut, erzählt Affeldt: "Ich war schon immer von diesen technischen Möglichkeiten fasziniert."

(Tagesspiegel: 30.8.2014)

Joris Hupperets - Der E-Mobility-Manager

Foto von Joris Hupperets

Bei unseren Nachbarn ist Elektromobilität schon lange etabliert: "In den Niederlanden fahren derzeit mehr Elektro-Autos als in Deutschland", sagt Joris Hupperets. "Doch das könnte sich bald ändern." Er muss es wissen, schließlich ist Hupperets seit 2013 bei Vattenfall Manager für den Bereich Emobility in Deutschland und den Niederlanden. Als solcher koordiniert er unter anderem den Ausbau von Ladeinfrastruktur und entwickelt Elektromobilitäts-Lösungen für Privathaushalte und Firmenkunden. Erfahrungen sammelte der Unternehmensberater zuvor als E-Mobility-Manager beim Vattenfall-Unternehmen Nuon Energy.
"Zum einen bin ich fasziniert von der technischen Innovation", sagt der gelernte Luftfahrt-Ingenieur über seine Motivation für das Thema Elektromobilität. "Zum anderen ist es mir wichtig, die Welt nachhaltiger zu machen, ohne die Abhängigkeit vom Öl oder anderen endlichen Ressourcen." 

(Tagesspiegel: 23.8.2014)

Christoph Bantle - Der E-Bike-Motorist

Foto von Christoph Bantle
© Brose

Privat fährt Christoph Bantle fast nur noch E-Bike, und zwar nicht nur aus beruflichen Gründen: "Jeder, der mal auf einem gesessen hat, weiß, wie viel Spaß es macht, damit zu fahren", sagt der Leiter des Produktbereichs e-Bike der Brose Gruppe. Seit kurzem betreibt der Automobilzulieferer in Berlin eine neue Produktionsanlage, die auf die Entwicklung und Produktion von E-Bike-Motoren – vom Akku bis zum Display – spezialisiert ist.
Der Wirtschaftsingenieur kennt sich aus mit Elektro-Antrieben: Von 2006 bis 2012 war er für die Transtechnik GmbH tätig, die unter anderem Leistungselektronik für elektrische Schienenfahrzeuge herstellte. Bei Brose will Bantle nun neue und leistungsstärkere E-Bike-Motoren für sportlichere und geländetaugliche Fahrräder entwickeln: "Es ist toll, mit dem E-Bike steile Berge herauf zu fahren, aber dafür braucht man Räder, die das auch können."

(Tagesspiegel: 16.8.2014)

Simon Praetze - Der E-Bike-Ausstatter

Foto von Simon Praetze
© e-motion E-Bike-Welt

Privat ist Simon Praetze schon immer viel Rad gefahren – aber daraus einen Beruf machen? "Ein Bekannter zeigte mir, dass E-Bikes in Asien längst ein Massentrend sind. Ich wusste, das wird die Mobilität der Zukunft – also habe ich die Branche gewechselt", sagt der 30-Jährige, der früher für WMF gearbeitet hat. 2014 eröffnete Praetze mit der Berliner e-motion E-Bike-Welt den größten Shop für Elektro-Räder in der Hauptstadt. 
Über 50 E-Bikes – vom Faltrad bis zum Mountainbike – bietet Praetze in dem Shop an, einer von bundesweit über 20 Filialen der Gruppe e-motion Technologies. Seit 2011 leitet er zudem den e-motion e-Bike-Shop in Hannover. Service wird hier groß geschrieben: "Wir beraten umfassend und passen das E-Bike schon vor der ersten Fahrt für den Kunden an", sagt Praetze. Das zahlt sich aus: "Die Leute kommen von der Probefahrt zurück und strahlen einem entgegen!", so Praetze.

(Tagesspiegel: 9.8.2014)

Peter Wichert - Der Fahrzeug-Ausstatter

© Renault Retail Group

Es gibt kaum ein Elektromobilitäts-Thema, mit dem Peter Wichert sich nicht beschäftigt: Organisation von Fahrzeugen, Planung von Veranstaltungen, Aufbau von Netzwerken, Verkauf von Elektro-Autos und Beratung von Kunden und Kollegen. "Für mich geht es darum, Elektromobilität in seiner Gesamtheit zu betrachten", sagt Wichert, der seit 2011 Vertriebsbeauftragter für Elektromobilität der Renault Retail Group in Berlin ist. 
Bereits in der Vergangenheit war der 54-jährige Ökonom im Vertrieb bei VW und Mercedes tätig. Derzeit koordiniert er unter anderem Projekte mit der Berliner Agentur für Elektromobilität, bei denen Sicherheitsunternehmen und soziale Einrichtungen Elektro-Autos von Renault testen. Dabei geht es Wichert immer zuerst um die Kunden: "Ich sehe Elektromobilität als Mittler, um ökologisch interessierten Menschen eine neue, freudbetonte Form von Mobilität anzubieten."

(Tagesspiegel: 2.8.2014)

Jacob van Zonneveld - Der Reichweiten-Erweiterer

Jacob von Zonneveld (links) und Adam Woolway

Wer mit dem Elektro-Auto verreisen will, muss wissen, wo die nächste freie Ladesäule steht. Genau diesen Service bietet die App "PlugSurfing": "Wir wollen den Elektro-Auto-Fahrern die Reichweiten-Angst nehmen", sagt Jacob van Zonneveld, der zusammen mit Adam Woolway 2012 PlugSurfing gegründet hat, das heute über 10 000 aktive Nutzer verzeichnet.
Vor PlugSurfing hatten die beiden das Marketing für einen Berliner Ladestationen-Hersteller übernommen. "Dabei haben wir einige Probleme mit der Elektromobilität gesehen und überlegt, wie man das lösen könnte", so van Zonneveld. Sie sammelten die Daten aller Ladestationen in Europa; allein in Deutschland verzeichnet PlugSurfing derzeit 4 000 Standorte. Nutzer der App können an allen Stationen, egal welcher Anbieter, laden und über die App bezahlen. "Man braucht nicht mehrere RFID-Karten mit sich herumtragen", sagt van Zonneveld.

(Tagesspiegel: 26.7.2014)

Jürgen Allesch - Der Transport-Erneuerer

Foto von Jürgen Allesch
© Christof Rieken

Während sich viele Fahrzeugbauer auf die Elektrifizierung von Privatautos konzentrieren, hat Jürgen Allesch längst den städtischen Wirtschaftsverkehr im Blick: "Transportfahrzeuge stehen nachts im Depot und fahren täglich 50 bis 80 Kilometer – da machen Elektroautos Sinn." Der Geschäftsführer des 2011 in Berlin gegründeten Unternehmens "eM-Pro Elektromobilität GmbH" möchte jedoch individuell anpassbare Elektro-Fahrzeuge mit variabler Transportkapazität entwickeln: "Heutige Transportfahrzeuge sind oft viel zu groß und können ihren Stauraum gar nicht auslasten." 2017 könnte der erste Prototyp von eM-Pro fertig sein.
Der Diplom-Ingenieur hat sich schon in der Vergangenheit mit Verkehrsplanung beschäftigt, etwa als Berater für die TU Berlin. Allesch reizt bei eM-Pro vor allem die Vorstellung, Städte wieder lebenswerter zu machen: "Mit Elektro-Fahrzeugen ist ein ganz anderer Stadtverkehr möglich."

(Tagesspiegel: 19.7.2014)

Gerd Leutner - Der Rechts-Experte

Foto von Gerd Leutner
© cms Hasche Sigle

In der Elektromobilität kommen verschiedenste Branchen zusammen: Energieerzeuger, Fahrzeughersteller, Netzbetreiber, usw. Nicht nur technisch sondern auch rechtlich ist dies hochkomplex – da braucht es Experten: "Als Wirtschaftskanzlei sind wir breit aufgestellt und können all diese Bereiche abdecken", sagt der Anwalt Gerd Leutner von CMS Hasche Sigle. Der 46-Jährige ist Koordinator einer Fachgruppe von Rechtsexperten, die sich auf Elektromobilität spezialisiert haben.
Vor vier Jahren stieß Leutner aus persönlichem Interesse auf das Thema: "Die Vision emissionsfreier Städte hat mich beeindruckt." Seitdem engagiert er sich unter anderem im Forum Elektromobilität e.V. und berät etliche Unternehmen in diesem Bereich, etwa ausländische Firmen, die sich für Ausschreibungen zum Aufbau von Ladeinfrastruktur bewerben und sich im deutschen Paragraphen-Dschungel zurechtfinden müssen.

(Tagesspiegel: 12.7.2014)

Sigrid Nikutta - Die Bahn-Führerin

Foto von Sigrid Nikutta
© BVG, Jörn Hartmann

Elektrisch durch die Stadt, und das jeden Tag? Für Sigrid Evelyn Nikutta keine Zukunftsvision, sondern Tages-Geschäft: "Gut zwei Drittel unserer jährlich rund 950 Millionen Fahrgäste sind heute mit unseren U- und Straßenbahnen elektromobil unterwegs", sagt die promovierte Psychologin, die seit 2010 Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ist.
Die 45-Jährige gilt als Top-Managerin: Zwischen 1996 und 2008 zuständig für die Aus- und Fortbildung bei der Deutschen Bahn, ab 2009 Leiterin im Bereich Produktion Ganzzugverkehr bei DB Schenker Rail in Mainz. Für die Sanierung und Modernisierung des elektrischen Verkehrsnetzes der BVG investieren das Unternehmen und das Land Berlin jährlich über 250 Millionen Euro. Mehr noch: "Wir bereiten im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität den Test einer elektrischen Buslinie vor", verrät Nikutta. Im Sommer 2015 soll die Line starten.

(Tagesspiegel: 5.7.2014)

Michael Schlick - Der Software-Koordinator

© Bosch Software Innovation GmbH

Entscheidende Probleme der Elektromobilität können nicht von Hard- sondern nur von Software gelöst werden: "Man muss wissen, wo die Ladestation ist, ob sie besetzt ist, oder ob man sie reservieren kann – und das alles muss Anbieter-übergreifend funktionieren", sagt Michael Schlick, seit 2011 Leiter der öffentlichen Projekte der Bosch Software Innovations GmbH und zuvor bei Bosch unter anderem im Bereich Fahrer-Assistenzsysteme tätig.
Schon in seinem Elektrotechnik-Studium wollte er sich mit Elektromobilität beschäftigen, so Schlick, "doch es gab noch kein Angebot dafür". Heute ist dies anders: Bei Bosch Software Innovations koordiniert Schlick etwa das Schaufenster-Projekt "Open Mobility Berlin", eine digitale Plattform zur Vernetzung und einfachen Benutzung von Elektroautos, Carsharing und ÖPNV. "Mobilitätsvisionen von morgen zu gestalten hat mich schon immer interessiert", sagt Schlick.

(Tagesspiegel: 28.6.2014)

Cornelia Yzer - Die eMobility-Förderin

Foto von Cornelia Yzer
© SenWTF/Lopata

Kurz nachdem Cornelia Yzer (CDU) 2012 ihr Amt als Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung angetreten hatte, erhielt Berlin den Zuschlag als Schaufensterregion der Elektromobilität. "Meine erste Pressetour habe ich zu Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Anwendern von Elektromobilität gemacht. Es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit für dieses Thema begeistert wird", sagt die 52-jährige Rechtsanwältin, die von 1997 bis 2011 Hauptgeschäftsführerin des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller war.
Heute ist Yzer federführend zuständig für die Förderung und Vernetzung Berliner e-Mobility-Projekte. Rund 18 Millionen Euro stellte der Senat bislang für die Schaufensterregion bereit. Mit sichtbarem Erfolg: "Die Produktion eines Pedelec-Motors bei Brose oder die E-Scooter-Fertigung von BMW belegen, das der Industriestandort Berlin von Elektromobilität profitiert", so Yzer

(Tagesspiegel: 21.6.2014)

Jens Hintze - Der Hotspot-Manager

Foto von Jens Hintze
© Annette Hauschild/ OSTKREUZ

Berlin ist einer der führenden Elektromobilitäts-Standorte in Deutschland. Ein Hotspot innerhalb dieses Hotspots ist der Potsdamer Platz, auf dem sich rund 40 Elektro-Ladesäulen auf engstem Raum befinden. "Wir wollen möglichst vielen Menschen hier die Nutzung von Elektro-Fahrzeugen ermöglichen", sagt Jens Hintze, seit Anfang 2014 Geschäftsführer der Potsdamer Platz Management GmbH (PPMG), welche Elektromobilität aktiv fördert und den entsprechenden Unternehmen die Flächen dafür zur Verfügung stellt.
"Da die meisten Straßen am Potsdamer Platz in privater Hand sind, lassen sich Ladesäulen sehr unbürokratisch aufbauen", sagt Hintze. Der 52-jährige Industriekaufmann, der zuvor unter anderem im Bahnhofsmanagement tätig war, ist bestrebt, die Infrastruktur dafür weiter auszubauen. "Demnächst wird auch eine elektrische Taxi-Staffel seine Basis am Potsdamer Platz bekommen", sagt Hintze.

(Tagesspiegel: 14.6.2014)

Henning Heppner - Der Smart-City-Pionier

Henning Heppner
© ebee

Bislang geht der Ausbau von Ladeinfrastruktur für Elektro-Autos schleppend voran. "Man muss die Ladepunkte nur bezahlbar machen", sagt Henning Heppner, Geschäftsführer und Mitgründer des 2011 gestarteten Berliner Unternehmens ebee Smart Technologies GmbH. Das Startup hat ein kleines Steuergerät entwickelt, mit dem sich Straßenlaternen kostengünstig zu Ladepunkten aufrüsten lassen. Zur Reservierung und Abrechnung stellt der Controller die Verbindung zwischen Fahrer und Betreiber her.
Der Elektronik-Experte Heppner, der noch zwei weitere Umwelttechnologie-Unternehmen gegründet hat, war zuvor 20 Jahre bei Siemens im Bereich Automobiltechnik tätig. Ab 2009 begann er sich mit dem Thema intelligenter Infrastruktur zu beschäftigen, zu der auch der ebee-Controller beitragen soll: "Strom laden, Parkraumbewirtschaftung, effiziente Beleuchtung – alles ließe sich über den Controller steuern."

(Tagesspiegel: 7.6.2014)

Andreas Pfeiffer - Der Grenzüberschreiter

Porträt von Andreas Pfeiffer
© Hubject

2008 war Andreas Pfeiffer Verantwortlicher für das Thema Elektromobilität bei den Stadtwerken Aachen - "noch vor dem großen Boom", wie er sagt. Die Nähe zur niederländisch-belgischen Grenze machte ihm früh die Notwendigkeit grenzüberschreitender Konzepte für die Elektromobilität klar – eine Vision, die Pfeiffer seit 2012 als Geschäftsführer der Berliner Hubject GmbH mitverwirklicht.
"Wir wollen, dass jeder Kunde an jeder Station laden kann. Dafür müssen wir alle Anbieter in Europa vernetzen", so Pfeiffer. Als Joint Venture von BMW, Bosch, EnBW, Daimler, RWE und Siemens ermöglicht das Unternehmen unter dem Zeichen "intercharge" die Vernetzung von Ladestation in ganz Europa. Über 2000 Ladepunkte sind bereits auf dem Kontinent übergreifend nutzbar, 200 davon in Berlin. "Wir sind gewohnt, dass unsere Bankkarte oder unser Handy überall funktioniert – warum nicht auch das Laden von Elektroautos?", sagt Pfeiffer.

(Tagesspiegel: 31.5.2014)

Andreas Knie - Der e-Impresario

Foto von Andreas Knie
© InnoZ

Verwirklichung von Visionen sind Andreas Knies Sache: "Zukünftig müssen Strom, Wärme und Mobilität komplett aus erneuerbaren Energien kommen – dafür ist Elektromobilität der Schlüssel." Genau darum geht es Knie und seinem Co-Geschäftsführer Jürgen Peters im Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ).
Seit 2006 setzt Knie im InnoZ Ideen mit Partnern in die Tat um, z.B. im Internationalen Schaufenster Elektromobilität Berlin-Brandenburg. Dazu zählen e-Autos im Carsharing sowie Apps und Mobilitätskarten für Bus, Bahn, Leihrad und Mietwagen. "Carsharing und Elektroautos muss man in eine Verkehrslandschaft mit grünem Strom einbetten, nur dann ist es nachhaltig", so Knie. InnoZ-Hauptsitz und -Praxislabor ist der EUREF-Campus, wo e Autos mit Wind- und Solarstrom geladen werden. Knie ist auch TU-Professor und Deutsche Bahn-Entwickler, aber vor allem eins: Netzwerker und Impresario.

(Tagesspiegel: 24.5.2014)

Lothar Stanka - Der Ladestationierer

Porträt von Lothar Stanka
© RWE

"1994 bin ich das erste Mal in einem Elektro-Auto gefahren", erinnert sich Lothar Stanka, Leiter des Bereichs Elektromobilität bei RWE Effizienz, eine Gesellschaft von RWE. "Es hatte 40 Kilometer Reichweite und war total schwer, aber das Fahren hat Spaß gemacht." Ladestationen gab es damals kaum, heute ist dies anders: Allein RWE betreibt mit seinen Partnern in Deutschland 1400 öffentliche Ladepunkte, etwa 200 davon in Berlin – natürlich mit Ökostrom. "Europaweit wurde 2013 Energie für 8 Millionen emissionsfreie Kilometer an Ladestationen im RWE-Netzwerk geladen", so Stanka.
Dies soll sowohl privaten Fahrern als auch Carsharing-Kunden zugute kommen: Beim Anbieter Multicity etwa fahren bereits 350 Elektro-Autos mit RWE-Stromvertrag. "Grüne Mobilität ist schon lange mein Thema", sagt Stanka. "Damit wir die Klimaziele erreichen und dennoch unseren bisherigen Mobilitätskomfort erhalten können."

(Tagesspiegel: 17.5.2014)

Philip Wahl - Der Mobilmacher

Porträt von Philip Wahl
© e-Motion Line GmbH

"Elektromobilität wird sich nur durchsetzen, wenn sie auch wirtschaftlich ist", sagt Philip Wahl, Mitgründer der e-Motion Line GmbH. Dementsprechend konzentriert sich das Unternehmen unter anderem darauf, Fuhrparks von Firmen und Kommunen auf Elektro umzustellen – hier ist Elektromobilität bislang einfach sinnvoller, als beim Privat-Auto.
Die e-Motion Line analysiert den Mobilitätsbedarf ihrer Kunden und organisiert darauf fußend die geeigneten Fahrzeuge. Auch Taxis sind laut Wahl ein wirtschaftlich sinnvoller Bereich für Elektromobilität, weshalb e-Motion Line kürzlich mit "e-City Cab" den bundesweit ersten Fahrdienst geschaffen hat, der ausschließlich Elektro-Autos einsetzt. "Dazu kommt ein hoher Service-Gedanke", sagt Wahl. "Die Fahrer tragen Uniform, sind zuvorkommend und alle gängigen Kreditkarten werden angenommen."
(Tagesspiegel: 10.5.2014)

Hendrik Schneider - Der Universaldienstleister

Porträtfoto von Hendrik Schneider
© John Aigner

Mit zehn Segways hat es angefangen: Als Hendrik Schneider und Fabian Paul 2010 gemeinsam die yoove Mobility GmbH in Berlin gründeten, waren sie deutschlandweit der erste Individual-Vermieter der elektrischen Roller – heute sind sie der größte Anbieter in Berlin und Brandenburg.
Seitdem hat sich das Startup parallel zu einer Agentur für neue Mobilität entwickelt, wie yoove-Geschäftsführer Schneider sagt: "Wir sind Universaldienstleister in Sachen Elektromobilität für Unternehmen." Sprich: Für Geschäftskunden, die e-mobility-Projekte planen, übernimmt yoove Beratung, Entwicklung, Umsetzung und Marketing, auch die Organisation von Fahr-Events gehört dazu. Der Verband der Automobilindustrie und der  Berliner Senat zählen zu ihren Kunden. yoove mache die komplexe Welt der Elektromobilität mit entsprechendem Know-How fassbar, so Schneider: "Wir kennen die Stecker, die Stromstärken, die Fahrzeuge."

(Tagesspiegel: 26.4.2014)

 

 

Dietmar Göhlich - Der Forschungs-Netzwerker

Porträtfoto von Dietmar Göhlich
© Ulrich Dahl

Für das Großprojekt Elektromobilität braucht man möglichst viele Zweige der Wissenschaft, ist Dietmar Göhlich überzeugt: Chemiker, Geisteswissenschaftler und Maschinenbauer ebenso wie Informatiker oder Wirtschaftswissenschaftler. Zur Bündelung dieser Kompetenzen gründete der Lehrstuhl-Inhaber an der Technischen Universität Berlin 2010 das Forschungsnetzwerk Elektromobilität, das an 14 Projekten der Schaufensterregion Berlin-Brandenburg beteiligt ist. "Alle Fakultäten der TU sind dabei", so Göhlich. "Wir können die gesamte Wertschöpfungskette der Elektromobilität abdecken."
Göhlich ist seit langem im Thema: In seiner Zeit bei der Daimler AG war er unter anderem an der Entwicklung des Mercedes S400 Hybrid beteiligt, dem ersten Hybrid-Modell mit Lithium-Ionen-Akku bei Daimler. "Wir müssen weg von den fossilen Brennstoffen", sagt Göhlich. "Denn die Frage ist nicht ob, sondern wann uns das Öl ausgeht."

(Tagesspiegel: 19.4.2014)

 

 

Hans-Christian Gützkow - Der Wasserstoff-Förderer

Foto von Hans-Christian Gützkow
© Total Deutschland

Was hat der Chef des viertgrößten deutschen Tankstellennetz-Betreibers mit Elektromobilität zu tun? Eine ganze Menge: "Wir arbeiten in Berlin schon seit mehr als zehn Jahren am Thema Wasserstoff und betreiben in der Hauptstadt mittlerweile vier Wasserstofftankstellen", sagt Hans-Christian Gützkow, Geschäftsführer von Total Deutschland. "Außerdem testen wir seit mehreren Jahren Ladesäulen an Tankstellen und versorgen die vollelektrische Car-sharing-Flotte von Multicity mit Schnellladesäulen an ausgewählten Tankstellen."
Gützkow geht davon aus, dass fossile Brennstoffe auch die nächsten Jahre dominieren werden, glaubt aber auch, dass der Markt für elektrische Antriebe breiter wird: "Vom Hybrid, über den Plug-In zu Batterie- oder Wasserstoffgetriebenen vollelektrischen Fahrzeugen", sagt Gützkow. "Als Partner der Autofahrer wollen wir unseren Kunden jederzeit den Service bieten können, den sie wünschen."

(Tagesspiegel: 12.4.2014)

 

 

Christian Amsinck - Der Wachstums-Förderer

Foto von Christian Amsinck
© UVB

Elektromobilität ist ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor – dies war Christian Amsinck klar, als er 2011 von der Ausschreibung des Schaufensterwettbewerbs Elektromobilität hörte: "Da habe ich mich gefragt: Können wir uns gegen die großen etablierten Automobilstandorte in einem wichtigen Zukunftsfeld durchsetzen?", so der Geschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V. (UVB).
Die Antwort lautete "Ja": Als Interessenvertreter von rund 60 Wirtschaftsverbänden der Hauptstadtregion sieht sich die UVB eindeutig als Förderer des Themas. Daher unterstützte die UVB den inhaltlichen Aufbau und die Finanzierung der Berliner Agentur für Elektromobilität und begleitet seitdem den Gesamtprozess des Schaufensterprojektes. "Damit stärken wir die Region und schaffen als ‚Hauptstadt der Elektromobilität‘ die Voraussetzungen für mehr Wachstum und neue Arbeitsplätze", so Amsinck.

(Tagesspiegel: 5.4.2014)

 

 

Frank Pawlitschek und Knut Hechtfischer - Die Laternen-Lader

Foto von Frank Pawlitschek und Knut Hechtfischer
© ubitricity

Für Elektroautos ein eigenes Netz aus stationären Ladesäulen aufbauen? Zu teuer, zu umständlich, zu wartungsintensiv, fanden Frank Pawlitschek und Knut Hechtfischer, die beiden Gründer des Berliner Unternehmens ubitricity. Ihre Idee: Warum nicht einfach das Auto überall anschließen – zum Beispiel an einer Straßenlaterne?
Möglich wird dies durch ein von ubitricity entwickeltes, intelligentes Ladekabel: Geeignete Laternen müssen künftig lediglich für circa 300 Euro mit einer Spezialsteckdose und Schutztechnik umgerüstet werden, anschließend kann man sich mit dem Elektroauto anstöpseln. Das intelligente Kabel sendet die Daten über die geladene Energiemenge an ubitricity. Dort wird dafür gesorgt, dass der vom Fahrer gewählte Stromanbieter abrechnen kann. Zu Testzwecken will ubitricity im Laufe des Jahres 100 Laternen in Berlin auf diese Weise umrüsten, 2015 geht die Firma an den Markt.

(Tagesspiegel: 29.3.2014)

Gerd Eßer - Der Produktions-Forscher

Gerd Eßer
© Inpro GmbH

Regelmäßig werden auf dem Papier visionäre Elektro-Autos entworfen, doch dabei wird oft eines vergessen: "Es muss auch Fabriken geben, die sie dann bauen können", sagt Gerd Eßer, Geschäftsführer der INPRO GmbH. Das Unternehmen ist ein Joint Venture der Firmen  Daimler, Volkswagen, SABIC, Siemens und ThyssenKrupp, das neue Technologien für die Automobilproduktion entwickelt. "Die Elektro-Auto-Fabrik ist unser Thema", so der 44-jährige Ingenieur.
Elektro-Autos werden anders gebaut, als Benzin-Fahrzeuge. Um Energie zu sparen, experimentieren Hersteller etwa mit Leichtbauweise und neuen Materialien: "Zum Beispiel wenn Stahl durch Aluminium ersetzt oder mit Verbundwerkstoffen aus Stahl und Kunststoff gearbeitet wird", sagt Eßer. INPRO arbeitet daran, solche Produktionsweisen effizient und wirtschaftlich zu machen: "Man muss Elektro-Autos schließlich so bauen, dass sie auch bezahlt werden können", findet Eßer.

(Tagesspiegel: 22.3.2014) 

Wolfgang Reimann - Der Technik-Optimierer

Wolfgang Reimann
© IAV

Elektrisch Fahren heißt mehr, als nur den Antrieb auszuwechseln, weiß Wolfgang Reimann: "Ein Elektroantrieb hat Einfluss auf verschiedenste Bereiche des Autos, von der Anzeige bis zum Fahrverhalten." Als Leiter des Bereiches "E-Traction"  bei der IAV GmbH ist er mit dafür verantwortlich, bei der Fahrzeug-Entwicklung das Zusammenspiel der Technik zu optimieren.
Der Diplom-Ingenieur ist seit 25 Jahren bei der IAV tätig, die für alle namhaften Autobauer Fahrzeugtechnik vom Motor bis zur Karosserie entwickelt. Das Unternehmen ist seit über 20 Jahren in der E-Mobilität aktiv und hat seit 2007 einzelne Themen im Bereich der Antriebstechnik nochmals stärker gewichtet. "Eigentlich ist es eine relativ einfache Technik im Vergleich zum Verbrennungsmotor, wo die Entwicklung wegen der Umwelt- und Verbrauchsvorschriften immer komplizierter wird", sagt Reimann über die Vorteile von Elektro-Autos. "Und es ist kein Verzicht, mit so einem Auto zu fahren."

(Tagesspiegel: 15.3.2014)

Guido Riemann - Elektroauto-Pionier

Guido Riemann
© Michael Hadad Autohandel GmbH

Guido Riemann ist Elektromobilist der ersten Stunde: Bereits Anfang der 90er Jahre arbeitete der gelernte KFZ-Mechaniker-Meister bei der Berliner Michael Hadad Autohandel GmbH. Hadad war zu diesem Zeitpunkt der erste Händler, der die dänischen Elektro-Autos CityEl verkaufte. Heute ist Riemann dort Geschäftsführer.

Der Händler vertritt Mitsubishi in Berlin, setzt klar auf die elektrischen Antriebe der Marke und bildet seine Mitarbeiter regelmäßig im Bereich Elektromobilität und Hochvoltanlagen weiter.

Zu seinen Kunden zählt Hadad auch die Berliner Polizei, die Teile ihrer Flotte mit Elektroautos bestückt hat. Wenn es um Umweltschutz geht, ist Riemann konsequent: "Wir arbeiten und laden mit 100 Prozent Ökostrom von naturstrom", so der 47-Jährige. "Damit stellen wir sicher, dass unsere Fahrzeuge CO2-neutral auf Berlins Straßen unterwegs sind."

(Tagesspiegel: 8.3.2014)

Gernot Lobenberg - Der Vernetzer

Gernot Lobenberg
© Berlin Partner

Gernot Lobenberg redet nicht nur von der Energie- und Verkehrswende, er lebt sie auch: Der Leiter der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO hat sein Auto abgeschafft und ist lieber mit Elektro-Fahrrad oder dem elektrischen Firmenwagen unterwegs. "Und es geht gut", betont der 49-jährige Diplom-Volkswirt und Verkehrsexperte. Dass Berlin-Brandenburg derzeit der führende Elektromobilitäts-Standort Deutschlands mit etwa 100 laufenden Projekten ist, dazu hat nicht zuletzt eMO beigetragen: 2011 hatte Lobenberg erfolgreich die Bewerbung zum "Schaufenster Elektromobilität" im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg eingereicht und dazu 250 Unternehmen, Verbände und wissenschaftliche Einrichtungen an einen Tisch gebracht. Lobenberg sieht sich als Vernetzer von Akteuren, die zuvor teilweise noch nie zusammengearbeitet haben: Rund 30 Partner sind neben den beiden Bundesländern unter dem Dach der eMO versammelt, darunter so verschiedene Institutionen wie BVG, Bosch, Siemens, Vattenfall, UVB oder die TU Berlin. Für die Verkehrs- und Energiewende braucht man viele Akteure, ist Lobenberg überzeugt: "Wir müssen einen langen Atem haben und die Menschen auf diesem Weg mitnehmen. Dann werden wir am Ende erfolgreich sein." (Tagesspiegel am 1.3.2014)